Wachstumsprognosen für 2011 auf 3 Prozent erhöht. Dank einer unerwartet starken Expansion des Außenhandels und der Investitionen wächst Österreichs Wirtschaft heuer noch kräftiger als im Frühjahr angenommen. Wifo und IHS haben am Freitag die BIP-Wachstumsprognose von knapp 2,5 Prozent auf 3,0 Prozent angehoben, für 2012 bleibt der reale Anstieg aber weiter bescheidener - das IHS ist mit 2,1 Prozent optimistischer als das Wifo mit 1,8 Prozent.

Erstellt am 01. Juli 2011 (11:38)

Dank einer unerwartet starken Expansion des Außenhandels und der Investitionen wächst Österreichs Wirtschaft heuer noch kräftiger als im Frühjahr angenommen. Wifo und IHS haben am Freitag die BIP-Wachstumsprognose von knapp 2,5 Prozent auf 3,0 Prozent angehoben, für 2012 bleibt der reale Anstieg aber weiter bescheidener - das IHS ist mit 2,1 Prozent optimistischer als das Wifo mit 1,8 Prozent.

Grund für die neuerliche Aufwärtsrevision des BIP für 2011 ist ein unerwartet starkes Anziehen der Warenex- und -importe sowie umfangreichere Ausrüstungsinvestitionen der heimischen Betriebe. Begünstigt wird dies von Impulsen der Weltwirtschaft, die sich heuer aber abschwächen dürften. Auch nehmen die internationalen Konjunkturrisiken aus Sicht von Wirtschaftsforschungsinstitut und Institut für Höhere Studien zu. Verwiesen wird dazu etwa auf die hohen Rohstoff- und Energiepreise, die US-Schuldenkrise und die Griechenland-Turbulenzen, die für Unsicherheit im Euro-Raum sorgen.

Die Konsumausgaben der Privathaushalte wachsen weiter nur mäßig, etwa um jeweils rund ein Prozent real. Grund dafür ist die schwache Einkommensentwicklung. Wegen der teuren Energie, namentlich Öl, klettert die Inflationsrate in Österreich heuer auf 3,2 (Wifo) bzw. 3,0 Prozent (IHS) - davon sind aber 0,4 Prozent "hausgemacht" durch neue Steuern. Und das Beschäftigungsplus durch den Konjunkturaufschwung dürfte sich heuer verlangsamen, sodass der Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Stillstand kommt, glauben die Experten. Die derzeit kräftige Konjunktur sollte zu einem stärkeren Defizitabbau genutzt werden, mahnt das IHS.

Die Weltwirtschaft wächst nach wie vor kräftig, getragen von Schwellenländern in Asien und Lateinamerika. Das Wifo rechnet heuer mit 4,1 Prozent realem BIP-Plus weltweit nach 4,9 Prozent im Vorjahr, für 2012 dann mit 4,2 Prozent. Im Euroraum, der heuer um fast 2 Prozent expandieren dürfte und nächstes Jahr zumindest um 1,5 Prozent, bleibt Deutschland die Wachstums-Lokomotive mit einem Wachstum von rund 3,5 Prozent - nächstes Jahr rund 2 Prozent.