Sparsamer Umgang kann nie schaden

Erstellt am 10. August 2022 | 14:43
Lesezeit: 3 Min
New Image
Florian Thalheimer, Studienleiterin Lena Wittmann, Marketagent und IKEA-Pressesprecher Uwe Blümel.
Foto: IKEA
Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher wissen nicht, wie viel Wasser sie verbrauchen. Wie steht es vor dem Hintergrund von aktuellen Hitzeereignissen, Tropennächten, Dürre-Perioden und regionaler Wasserknappheit mit dem Bewusstsein zu den Themen Wasserverbrauch und Wassersparen in den Privathaushalten aus? Deutlich ausbaufähig, wie die Ergebnisse einer repräsentativen Studie von IKEA Österreich mit dem Umfrageinstitut Marketagent belegen.
Werbung

IKEA-Nachhaltigkeits-Beauftragter Florian Thalheimer betonte im Rahmen der Präsentation der Studie im Vösendorfer IKEA-Möbelhaus: „Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Klimawandel und dem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen. Das Thema Wasser ist dabei als zentrale Grundlage allen Lebens von höchster Bedeutung. Wir wollen alle Menschen dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Wasser umzugehen - vor allem zu Hause."

Das Wissen über Wasser sei ausbaufähig, meinte Thalheimer: 76,1 Prozent der österreichischen Bevölkerung wisse nicht, wie viel Wasser in ihrem Haushalt verbraucht wird, knapp ein Drittel hat keine Ahnung, woher das Leitungswasser im eigenen Haushalt stamme. „Wir wollen durch die Veröffentlichung der Studienergebnisse wichtige Anstöße dazu geben, dass wir uns als Gesellschaft hin zu einem bewussteren Umgang mit unserem Wasserverbrauch entwickeln."

Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher (46 Prozent) haben beispielsweise österreichweit die größten Probleme mit defekten WC-Spülkästen. Überdurchschnittlich ausgeprägt ist in Niederösterreich auch die Sorge vor einem Wassermangel in den nächsten zehn Jahren: 49,6 Prozent halten dieses Szenario für "sehr" oder "eher wahrscheinlich".

Unterschätzt haben die Befragten auch den tägliche Wasserverbrauch (Kochen, Trinken, WC, Waschen, Gießen und Reinigen), der durchschnittlich pro Kopf und Tag bei satten 130 Litern liegt. Zum Duschen und Baden werden davon rund 22 Prozent (28,6 Liter) verwendet, für die Toilettenspülung gar 25 Prozent (32,5 Liter). Durch die Wasserhähne fließen 27 Prozent (35,1 Liter). 

Thalheimer verblüffte mit weiteren Zahlen: "Ein einziger tropfender Wasserhahn verschwendet bei 8 Millilitern Wasserverlust pro Minute – das sind etwa 16 Tropfen – aufs Jahr gerechnet 4.200 Liter oder 28 volle Badewannen.“ Er räumte zudem mit einem Irrtum auf; dem, dass Duschen wassersparender sei als ein Vollbad. "Eine volle Badewanne fasst rund 150 Liter Wasser. Eine 10-minütige Dusche mit einem herkömmlichen Duschkopf verbraucht fast die gleiche Wassermenge - zwischen 12 und 15 Liter pro Minute." Dennoch: In der Dusche könne man dank moderner Duschköpfe ein Einsparungspotenzial von bis zu 40 Prozent erreichen; aufs Jahr gerechnet die Wassermenge von 28 vollen Badewannen.

Einer der größten Wasserfresser im Privathaushalt ist das WC – 25 Prozent des verbrauchten Trinkwassers wandern direkt in die Kanalisation. Bei jeder Spülung bis zu 14 Liter Wasser. 

Vor all diesen Hintergründen untersuchte die Studie schließlich auch, wie sich die Österreicherinnen und Österreicher beim Thema Wassersparen selbst einschätzen. Durchschnittlich geben sich die Befragten auf einer Schulnotenskala die Note „gut“ bzw. den Durchschnittswert 2,3. Die Antworten auf die Frage, was zum Thema Wassersparen im Haushalt getan wird, ist eher ernüchternd. Erst knapp ein Drittel (32,2 Prozent) hat wassersparende Duschköpfe in Verwendung, 3,5 Prozent geben an. Dabei wäre es leicht, mit einer Zerstäuberdüse, die auch beim schwedischen Möbelriesen erhältlich ist, "im Sprühnebelmodus bis zu 95 Prozent Wasser zu sparen, ohne Abstriche bei der Handhygiene machen zu müssen.“

Geführt wurden im Zeitraum von 27. Juni bis 6. Juli 3.000 Interviews mit Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren; gestellt wurden 24 Fragen.