Weniger Pension trotz gleicher Arbeit. Das neue Pensionsberechnungs-System ist fairer und transparenter. In der Praxis bekommt aber fast jeder weniger Geld.

Von Gina Christof. Erstellt am 16. Juni 2014 (09:59)
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Berufstätige Frauen, die kinderbedingt vorübergehend nur Teilzeit arbeiten, könnten rund 35 Prozent weniger Pension bekommen.

„All die, die keine konstanten Lebenseinkommen haben, steigen schlechter aus“, erklärt Josef Hausleithner, Chef der Firma Varias. Diese hat ein Programm zur Berechnung der staatlichen Pensionslücke erstellt. Mit der neuen Pension könnte es so möglich sein, brutto weniger als 50 Prozent des letzten Einkommens zu bekommen.

Das Pensionskonto, das heuer endgültig das alte Bemessungsgrundlagen-System ablöst, gilt für alle, die nach dem 1. Jänner 1955 geboren sind. Wurden beim ursprünglichen System noch die besten 15 Jahre zur Berechnung der Pension herangezogen, so sei das jetzige ein „Lebensdurchrechnungszeitraum-System“ – es wird also jedes Arbeitsjahr mit einbezogen.

Einerseits sei das neue Schema transparenter, verständlicher und gerechter als das alte, so Hausleithner. Andererseits werde in der Praxis aber so gut wie jeder weniger herausbekommen. „Schlechte Jahre oder Auszeiten im Berufsleben wirken sich jetzt negativ auf die Pension aus“, erklärt Hausleithner.

"Wirklich profitieren tut keiner vom Umstieg"

Er geht davon aus, dass „normale“ Akademiker im Schnitt rund 25 Prozent weniger Pension bekommen werden. Bei Frauen, die kinderbedingt vorübergehend nur Teilzeit arbeiten, rechnet er mit rund 35 Prozent weniger Pension. „Wirklich profitieren tut keiner vom Umstieg“, meint Hausleithner.

Aufklärung und Information rund um Pension, aber auch Fremdwährungskredite, Tilgungsträger und richtiges Sparen bietet derzeit die Wirtschaftskammer NÖ. „Es geht uns um Inhalte und finanzielle Bildung der Teilnehmer“, erklärt Michael Holzer, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister NÖ. In den nächsten zwei Wochen sind Informationsabende in NÖ geplant.