Wettbewerbsbehörde ermittelt in Dämmstoff-Branche. Jetzt ist die Baustoffindustrie ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) geht dem Verdacht auf verbotene Preisabsprachen bei Dämmstoff-Herstellern nach. Dies wurde der APA von der BWB bestätigt. Nachdem das Kartellgericht einem Hausdurchsuchungsbefehl stattgegeben hat, haben seit Anfang dieser Woche mehrere Betriebe Besuch von Kartell- und Kripo-Beamten bekommen.

Erstellt am 04. August 2011 (14:52)

Jetzt ist die Baustoffindustrie ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) geht dem Verdacht auf verbotene Preisabsprachen bei Dämmstoff-Herstellern nach. Dies wurde der APA von der BWB bestätigt. Nachdem das Kartellgericht einem Hausdurchsuchungsbefehl stattgegeben hat, haben seit Anfang dieser Woche mehrere Betriebe Besuch von Kartell- und Kripo-Beamten bekommen.

Es bestehe der Verdacht auf Preisabsprachen, "wir ermitteln noch, es läuft recht intensiv an", hieß es am Donnerstag aus der Wettbewerbsbehörde. Ein Zeuge habe die Vorwürfe der Behörde bekannt gegeben. Demnach habe es Preis- und auch Gebietsabsprachen gegeben, denen man nun nachgehe. In dieser Branche habe es Mitte der 90er Jahre ein eingetragenes Kartell gegeben, das dann verboten worden sei. Dem Zeugen zufolge sollen diese Absprachen nie aufgehört haben.

Die Hausdurchsuchungen - bisher ausschließlich in Österreich - fanden in dieser Woche statt und sind laut BWB noch nicht abgeschlossen. Dem Vernehmen nach soll es sich bei den Unternehmen, gegen die der Verdacht auf unerlaubte Absprachen erhoben wird, jedenfalls um drei Branchengrößen handeln - ein Unternehmen der Swisspor-Gruppe, die Firma Austrotherm sowie Steinbacher Dämmstoffe.

Untermauern die bei den Razzien festgestellten Beweise den Verdacht, würde ein gerichtliches Verfahren eröffnet. Die weiteren Entscheidungen - also allenfalls die Verhängung von Strafen - obliegt dann dem Kartellgericht. Als Höchststrafen blühen Kartellsündern bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes als Bußgelder.

"Das war kurzfristig und gestern, ist aber schon vorbei", bestätigte Austrotherm-Geschäftsführer Peter Schmid gegenüber der APA eine Hausdurchsuchung am Firmensitz in Waldegg/Wopfing. Preisabsprachen dementierte er allerdings. Der Austrotherm-Chef ist keiner Schuld bewusst und sieht dem Ergebnis der Ermittlungen gelassen entgegen, wie er sagte. "Ich gehe nicht davon aus, dass es Konsequenzen geben wird. Es geht um einen reinen Verdacht - Preisabsprachen sind ein Blödsinn, würde ich jetzt sagen. Ich weiß nicht, wie das entstanden ist." Gerüchten zufolge soll "ein irgendwann gekündigter Mitarbeiter" die Behauptung der illegalen Preisabsprachen aufgestellt haben.