Industrie in NÖ im Hoch. Die Konjunkturstimmung in der niederösterreichischen Industrie bleibt optimistisch. Die Produktion ist in den letzten drei Monaten gestiegen.

Erstellt am 25. Juni 2018 (04:02)
Felix Büchele, Felixfoto

Die Unternehmen der niederösterreichischen Industrie sehen den Konjunkturverlauf wie auch schon in den vergangenen Monaten sehr positiv. Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen hat sich weiter verbessert und erreicht eine neue Rekordmarke. Die unternehmerischen Erwartungen haben gegenüber dem Winter wieder zugelegt und liegen knapp unter dem Rekordwert vom Oktober 2017. Dies ist ein Anzeichen für eine sich in den kommenden Monaten weiter gut entwickelnde Konjunktur. Der Gesamtindex des WIFO- Konjunkturtests erreicht ebenfalls einen neuen Höchststand und verdeutlicht damit eindrücklich die gute Stimmung in der niederösterreichischen Industrie.

Johannes Schedlbauer, Geschäftsführer der Industriesparte in der WKNÖ, freut sich über die aktuelle Konjunktureinschätzung der niederösterreichischen Industrie: „Jedes 5. Unternehmen rechnet, dass sich der Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten weiter verbessert und plant daher den Personalstand weiter zu erhöhen. Auch die Exportaufträge befinden sich auf einem Allzeithoch. Wollen wir das nicht verspielen, wird es höchst an der Zeit, den Unternehmen in der Gestaltung der Arbeitszeit mehr Spielraum zu geben.“

88 Prozent zufrieden mit der aktuellen Auftragslage

Die Produktion hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen und übertrifft auch den sehr guten Wert des Jänners. Lediglich zehn Prozent der befragten Unternehmen mussten einen Produktionsrückgang hinnehmen, während 41 Prozent ihre Warenherstellung ausweiten konnten. Die Entwicklung der Auftragseingänge in den letzten drei Monaten wird positiv bewertet, allerdings mussten im Vergleich zum Vorquartal hier Abstriche hingenommen werden. Dennoch zeigen sich 88 Prozent der Firmen zufrieden mit der aktuellen Auftragslage, dies bedeutet einen neuen Rekordwert.

Dasselbe Bild zeigt sich bei den Bestellungen aus dem Ausland, die sich ebenfalls auf einem neuen Allzeithoch befinden. Nur 13 Prozent der Firmen bewerten ihre Auslandsauftragslage als nicht ausreichend.

Kapazitäten in der NÖ Industrie zu 85 Prozent ausgelastet

Die Kapazitäten sind in der niederösterreichischen Industrie zu 85 Prozent ausgelastet. Das bedeutet zwar einen Rückgang von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Jänner, trotzdem liegt der Wert damit klar über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Der Anteil der Unternehmen mit fehlenden Produktionskapazitäten bleibt mit 14 Prozent sehr hoch, die Zahl der Firmen mit zu hohen Kapazitäten ist nur geringfügig höher. Die Produktion ist für die kommenden 5,5 Monate gesichert, eine leichte Zunahme von
0,2 Monaten.

63 Prozent der Industrieunternehmen produzieren aktuell ohne Schwierigkeiten, ein Rückgang von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorquartal. Das mit Abstand größte Produktionshindernis ist derzeit eine unzureichende Ausrüstung. Für 18,4 Prozent der Betriebe ist dies das wichtigste Hindernis für die Produktion, dies ist eine Zunahme von knapp 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Jänner. Fehlende Arbeitskräfte sind für 7,8 Prozent das wichtigste Produktionshindernis, gefolgt von 5,8 Prozent der Unternehmen mit anderen, nicht weiter spezifizierten Gründen.

Lediglich 4,5 Prozent der Firmen haben aufgrund einer fehlenden Nachfrage Produktionsschwierigkeiten, ein Rückgang von vier Prozentpunkten. Kaum ins Gewicht fallen Finanzierungsprobleme.

Optimistischer Ausblick auf breiter Basis 

Der Ausblick auf die nächsten Monate ist auf breiter Basis von Optimismus geprägt. Der Anteil der Unternehmen, die eine Ausweitung der Produktion erwarten, hat gegenüber dem Vorquartal deutlich zugenommen. Dagegen rechnen nur mehr 5 Prozent der Firmen mit einem Produktionsrückgang. Per Saldo liegen die Produktionserwartungen damit im historischen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau.

Von der NÖN-Sonderjournal-Redaktion