Viele NÖ Unternehmer sehen schwarz. Umfrage der WKNÖ zeichnet nach dem Corona-Lockdown ein düsteres Bild. Jeder zweite Befragte rechnet 2020 mit weniger Umsatz. Investitionen sind eingebrochen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:26)
Laut WKNÖ-Umfrage ist die Industrie, die einzige Sparte, in der mehr Unternehmer eine Verbesserung des Gesamtumsatzes erwarten als eine Verschlechterung.
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Der Shutdown ist vorbei und in den allermeisten Branchen der Wirtschaft läuft die Arbeit wieder weiter. Dennoch herrscht beim Großteil der Unternehmer Pessimismus. Das zeigt auch das Wirtschaftsbarometer, das die Wirtschaftskammer (WKNÖ) im Mai erstellte und gerade präsentierte. Teilgenommen haben 1.136 Unternehmen aus NÖ.

Acht von zehn Befragten erwarten eine Verschlechterung des Wirtschaftsklimas. Beim Gesamtumsatz 2020 gehen mehr als die Hälfte der Befragten von einem Rückgang aus. Das zieht sich – mit Ausnahme der Industrie – durch alle Branchen. Besonders drastisch ist die Situation in der von der Krise gebeutelten Sparte Tourismus, wo fast 80 Prozent von einem schlechteren Gesamtumsatz ausgehen. Darauf folgt die Sparte Transport und Verkehr. Dort rechnen 75 Prozent mit Verschlechterung.

Die Investitionen sind eingebrochen. Während im Herbst 2019 noch 36 Prozent Neuinvestitionen planten, sind es jetzt nur noch 19 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die keine Investitionen planen, hat sich verdoppelt: Er liegt jetzt bei 38,8 Prozent. Bei der Beschäftigung rechnen 31,2 Prozent damit, dass 2020 eine Verschlechterung bringen wird.

Überraschend erscheint daher, dass die Insolvenzquote aktuell, laut Schedlbauer, sogar niedriger als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres ist. Das führt der WKNÖ-Direktor jedoch auf die Möglichkeit von Stundung zurück.

In der WKNÖ gibt es viel Lob für die bereits gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung. Betont wird aber auch, dass es für einzelne Branchen weitere Hilfe brauchen wird. Konkret fordert die WKNÖ Steuersenkungen und Investitionsanreize, außerdem die Senkung der Lohnnebenkosten. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge appellieren die Funktionäre, diesen den Unternehmen ums Eck zu erteilen.

Industrie rechnet mit Einbruch im Herbst

Obwohl die Industrie laut der WKNÖ-Umfrage als einzige Branche mit Umsatz-Verbesserung rechnet, steht auch das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung NÖ (IV-NÖ) auf historischem Tiefststand. „Unsicherheit ist allgegenwärtig“, so IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer. Bei der Auftragslage liegen viele Firmen weit unter dem Vorjahrs-Niveau. Einige erwarten einen Einbruch noch verzögert – gerade in der Produktion von Investitionsgütern. Hier werden noch Aufträeg von vor Corona abgewickelt.