Voller EU-Geldtopf für NÖ. Mehr als 84 Millionen Euro flossen seit 2014 aus dem EU-Programm „Horizon 2020“ nach NÖ.

Von Caroline Ferstl. Erstellt am 23. Mai 2018 (02:38)
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APA (Symbolbild)

Sei es das Institute of Science and Technology Austria (kurz IST Austria) in Klosterneuburg, die Fachhochschule Sankt Pölten, das Luft- und Raumfahrtunternehmen Enpulsion aus Wiener Neustadt oder das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg – all diese Forschungsprogramme wurden in den vergangenen vier Jahren mit mehr als 84 Millionen Euro Förderungen aus dem Topf des EU-Forschungsprogramms „Horizon 2020“ finanziert.

Niederösterreich konnte sich damit im Bundesländervergleich nach Wien und der Steiermark den höchsten Betrag an Fördergeldern sichern. Mehr als die Hälfte der insgesamt 84 Millionen Euro gingen an Unternehmen, aber auch Hochschulen und außeruniversitäre Forschung profitierten enorm (siehe Grafik rechts). Etwa das IST Austria in Klosterneuburg.

„Österreich holt mehr Geld aus den Fördertöpfen, als wir einzahlen.“ Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG 

Seitdem das Institut seine Arbeit 2009 aufgenommen hat, wurden mehr als 70 Millionen Euro an Forschungsmitteln der EU eingeworben, darunter auch einige Gelder aus dem Topf des Programms „Horizon 2020“. IST Austria-Präsident Tom Henzinger freut sich: „Ohne die hochkompetitiven Forschungsprojektmittel aus Brüssel wäre die erfolgreiche Entwicklung des IST Austria, dessen Budget stark leistungsorientiert ist, nicht möglich gewesen.“

FFG I Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, Foto: Pressmaster/shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof  /  - www.ffg.at

Insgesamt werden 150 niederösterreichische Projekte durch „Horizon 2020“ finanziert. Ein Drittel der 150 finanzierten Forschungsprojekte beschäftigt sich mit Klimaschutz und Ressourceneffizienz sowie mit grundlegenden und industriellen Technologien (siehe Grafik links). Insgesamt 18 Millionen Euro wurden aus „Horizon 2020“ bisher in diese Forschungsbereiche investiert.

Österreich konnte sich seit Start des Programms mehr als 870 Millionen Euro sichern – nur Belgien und Frankreich bekamen mehr Fördergelder aus dem Topf. „Österreich profitiert enorm von der europäischen Forschungsförderung! Wir holen mehr Geld aus den Fördertöpfen, als wir einzahlen“, schildert Henrietta Egerth, die Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Bis 2020 möchte Österreich insgesamt 1,5 Milliarden Euro aus „Horizon 2020“ lukriert haben. „Das Ziel ist ambitioniert, aber in Griffweite“, verspricht die FFG-Geschäftsführerin.