Niederösterreich ist drittgünstigstes Bundesland. ÖVP-Wohnbausprecher Martin Schuster und Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner sind zuversichtlich, dass auch in Zukunft Wohnraum zu vernünftigen Preisen sichergestellt werden kann.

Von Lisa Röhrer. Update am 17. Dezember 2018 (12:32)
Wohnbausprecher und Landtagsabgeordneter Martin Schuster mit ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner
VPNÖ

„Wohnen ist für die Lebensqualität entscheidend“, ist VP-Landtagsabgeordneter und Wohnbau-Sprecher Martin Schuster überzeugt. Um dafür optimale Voraussetzungen zu schaffen, arbeite ein Team rund um den zuständigen Landesrat Martin Eichtinger gerade an einer neuen Wohnbau-Strategie. Diese will die VP noch im ersten Quartal des kommenden Jahres präsentieren.

Dass das blau-gelbe Bundesland in diesem Bereich aber schon jetzt gut unterwegs sei, untermauert Schuster mit Zahlen und praktischen Beispielen. Einerseits betont der Landtagsabgeordnete, dass Wohnen in Niederösterreich vergleichsweise günstig sei: Die Netto-Miete betrage hierzulande im Durchschnitt 4,92 Euro pro Quadratmeter. Damit liege Niederösterreich mit etwa 70 Cent pro Quadratmeter unter dem Bundesschnitt und somit – hinter dem Burgenland und Kärnten – im Bundesländer-Vergleich an dritter Stelle.

Förderung ist zielgerichtet

Den Hauptgrund dafür sieht der Wohnbau-Sprecher in der zielgerichteten Förderung des Landes. So würden in den letzten Jahren vom Land jährlich durchschnittlich 442 Millionen Euro an Förderungen ausgeschüttet und 307 Millionen Euro an Haftungen übernommen.

Um für alle Niederösterreicher und deren unterschiedliche Bedürfnisse, eine geeignete Wohnform anbieten zu können, habe man in den vergangenen Jahren außerdem unterschiedlichste Modelle geschaffen. Diese reichen vom Jungen bis zum Betreuten Wohnen. Als sogenannte Starter-Wohnungen wurden für junge Menschen seit 2013 etwa 415 Wohneinheiten errichtet. Für ältere Menschen, die ihren Alltag nicht mehr ganz ohne Hilfe bewältigen können, gibt es seit 2012 4.500 neu gebaute Wohneinheiten für Betreutes Wohnen. 900 geförderte Wohneinheiten seien in Niederösterreich aktuell sofort verfügbar.

Lisa Röhrer

Wert legen die Niederösterreicher aber auch auf Eigentum: Mit einer Eigentumsquote von 70 Prozent schaffe das größte Bundesland in diesem Bereich den zweitbesten Wert österreichweit.

Nicht einverstanden zeigt sich die Landes-VP mit Vorschlägen der Opposition. Die SP habe im Landtag etwa die Abschaffung von Maklergebühren oder der Mehrwertsteuer auf Mieten gefordert, um Wohnen leistbarer zu machen.

„Wie der Verband der Immobilienwirtschaft festhält, würden Vermieter dadurch den Vorsteuerabzug verlieren. Das wiederum würde die Mieten sogar verteuern“, betonte VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, der auch dem Vorschlag der FP, Standards zu senken und damit Wohnen günstiger zu machen, nichts abgewinnen kann. „Wir sind natürlich bereit, alle Vorschläge aufzugreifen und zu diskutieren. Das sind aus unserer Sicht aber keine guten Ideen“, meint Ebner.