Kein Fischteichputzen mehr dank Erfindung aus NÖ. Hobby-Fischzüchter Christian Simhofer erfand den Klappenmönch. Dieser spült automatisch Schlamm und Fäkalien aus dem Fischteich.

Von Brigitte Wimmer. Erstellt am 30. Mai 2021 (04:06)
Erfinder Christian Simhofer zeigt, wie der Klappenmönch funktioniert
zVg

Jeder Fischteichbesitzer weiß, wie wichtig es ist, das Gewässer regelmäßig zu reinigen. Bisher musste dafür der komplette Teich entleert werden, um die Fäkalien und den Schlamm am Grund des Wassers zu entfernen. „Etwa dreimal im Jahr steht man dafür einen ganzen Nachmittag mit hohen Stiefeln im Schlamm. Und für die Fische bedeutet der kurzfristige Wechsel in einen anderen Teich oder in den Wassercontainer Stress, den auch einige Tiere nicht überleben“, weiß Hobby-Fischzüchter Christian Simhofer.

Er ist ein innovativer Tüftler und versucht in allen Bereichen seines Lebens Lösungen zu finden, die den Alltag erleichtern. Schon 2017 hat er einen Fischfutterautomaten entwickelt, welcher, über Photovoltaik betrieben, regelmäßig Futter an die Fische abgibt. „In erster Linie wollte ich meinen Schwiegervater, dem die Fischteiche in der Mariazeller Gegend gehören, entlasten“ meint der Einkaufsleiter einer Ybbsitzer Firma.

Darauf folgte die Idee, den traditionellen Teichmönch (ein regulierbares Ablaufbauwerk eines Teiches mittels Stau-Brettern) zu optimieren. Ungefähr zwei Jahre tüftelte Simhofer an einer Lösung, die folgendermaßen funktioniert: Durch eine Klappvorrichtung am unteren Ende des Rohres am Teichgrund und einen exakt vermessenen Styroporschwimmer an der Oberfläche des Teiches spült dieser, sobald ein gewisser Wasserstand erreicht ist, automatisch Schlamm und Fäkalien aus dem Fischteich.

Christian Simhofers Klappenmönch reinigt den Fischteich von selbst. Das vermeidet Stress bei den Fischen und den Teichbesitzern.
Shutterstock.com/Melissa King

Somit bleibt der Teichboden sauber und auch die Wasseroberfläche, da das Oberflächenwasser ebenfalls laufend abfließen kann und damit Blätter, Pollen und Ähnliches rausgespült werden.

Die Erfindung ist also ein mechanischer Selbstläufer, der ohne Energiezufuhr auskommt. Das bewährte System kann auch als automatische Schlammspülung für Quellsammelschächte und Regenrückhaltebecken verwendet werden.
Eigentlich ist Simhofer kein Techniker. Er hat die Handelsakademie abgeschlossen, kommt also aus der Wirtschaft, bringt aber eine große Affinität zu technischen Vorgängen und Funktionen mit. Sein „Klappenmönch“ kam bei den Nachbarn und Freunden sehr gut an. Franz Bürscher vom „Innovationsservice“ in Hollenstein an der Ybbs riet dem Erfinder, die Teichreinigungsvorrichtung patentieren zu lassen, da er nach Recherchen weltweit kein vergleichbares Modell entdecken konnte. Ein Patent ist aber sehr teuer, und so gab Bürscher ihm den Tipp, bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) um einen Patentscheck anzusuchen.

Der Klappenmönch ist seit 2020 patentiert

Die Gesellschaft fand die Idee der Toilettenspülung für Fischteiche so gut, dass sie 90 Prozent der Patentkosten übernahm. Seit August 2020 ist der Klappenmönch nun in Österreich patentiert und die internationale Patentierung ist auf dem Weg.

Schon 2018 gründete Simhofer sein Start-up-Unternehmen „Oskoli“ in Opponitz, Bezirk Amstetten. Den Namen kreierte er aus den beiden Vornamen seiner Kinder Oskar und Olivia. Auf der „Oskoli“-Homepage befindet sich auch ein Onlineshop, auf dem seine Innovationen, aber auch Fischfutter angeboten werden.
Wann findet der Familienvater eigentlich Zeit für seine Erfindungen? „Ich habe eine kleine Werkstatt zuhause und wenn ich von der Arbeit heimkomme und andere sich zum Fernseher setzen, beschäftige ich mich mit der Verwirklichung meiner Ideen“, lacht der Mostviertler. So erfand er schon den Fischfutterautomaten, den Klappmönch und eine mobile Wärmestation für Jäger auf dem Hochstand.

Zurzeit tüftelt Simhofer an einer Lösung für die Teichreinigung von Karpfenteichen, deren Wasserzufluss viel niedriger ist als jener von Forellen und Saiblingen – der Opponitzer baut übrigens noch alle Bestellungen selbst. 20 Stück Klappenmönche hat er seit letztem August gefertigt. Da er aber seit kurzem auch den deutschen Markt mithilfe eines Großhändlers erobern möchte, muss er sich bald nach einer Fertigungsfirma umsehen. Momentan laufen auch einige Vermarktungsgespräche mit internationalen Firmen.