„Zahle das sowieso nicht“. Finanzmodell / Verwaltungsgerichtshof bestätigt FMA-Entscheid. Staudinger will in Teilen nachgeben, den Kampf aber ganz ausfechten.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 10. Dezember 2013 (13:00)
NOEN, APA/ROLAND SCHLAGER
Heini Staudinger: Heuer 30 Prozent mehr Umsatz. Foto: APA/Schlager
Von Markus Lohninger

Nicht als Niederlage, sondern als Gong zur nächsten Runde sieht der Schuh- und Möbelhersteller Heini Staudinger die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes gegen sein Finanzierungsmodell.

Staudinger hat für die Firma GEA mit Sitz in Schrems (Bezirk Gmünd) 3 Millionen Euro von Kunden oder Freunden angenommen, er verzinst sie mit 4 Prozent.

Bildung eines eigenen Verbandes steht nun im Raum

Die Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde (FMA) sieht das als Bankgeschäft und hatte daher im November 2012 die Unterlassung angeordnet. Jetzt bestätigte der VwGH den Bescheid. Staudinger müsse das Geld zurückzahlen oder das Modell in eine „legale Form“ umwandeln – etwa in eine Genossenschaft.

Vor bald zwei Jahren sei genau dieser Vorschlag von ihm bei der FMA abgeschmettert worden, wundert er sich über den Kurswechsel: „Wenn das jetzt doch geht, dann haben wir zumindest dieses erreicht.“ Die Gründung einer Genossenschaft steht also zur Debatte – Staudinger denkt aber gleich die Bildung eines eigenen Verbandes außerhalb der zwei großen Genossenschafts-Verbände an.

„Es geht ja nicht um den Heini, sondern um die Monopolstellung der Banken“

Dass das VwGH-Urteil auch die Geldstrafe der FMA bestätigte, gefällt Heini Staudinger. „Ich zahle das sowieso nicht“, sagt er.

Das Problem könne so trotz einer von der FMA akzeptierten Rechtsform weiter diskutiert werden: „Es geht ja nicht um den Heini, sondern um die Monopolstellung der Banken und um Zehntausende Klein- und Mittelunternehmer, die nach Basel III kaum noch Möglichkeiten für Kredite haben. Wir wollen nichts deregulieren, aber Spielregeln schaffen, die auch für Kleine bewältigbar sind!“

Geldsorgen um GEA macht er sich keine. Der Umsatz wird heuer um 30 Prozent auf 15 Millionen Euro steigen, die von Busgruppen rege frequentierte Schuhwerkstatt bekommt 2014 ein modernes Besucherzentrum.