Bei Zahlungsmoral ist NÖ Schlusslicht. Im öffentlichen Sektor belegt das Land den letzten Platz. Bei Firmen- und Privatkunden liegt NÖ aber im Durchschnitt.

Von Gina Christof. Erstellt am 01. September 2014 (09:48)
NOEN, Quelle : KSV1870

„NÖ lässt sich im öffentlichen Sektor am meisten Zeit“, sagt Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH. So zeige die aktuelle Trendumfrage des Gläubigerschutzverbandes zum Zahlungsverhalten, dass NÖ in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr vom sechsten auf den neunten Platz gerutscht sei.

„Die anderen Bundesländer haben einfach wesentlich mehr angezogen“, erklärt Eibl. So habe sich beispielsweise die Steiermark bei der durchschnittlichen Zahlungsdauer um sieben Tage auf 37 verbessert. NÖ zeige dahingegen eine Verbesserung von nur einem Tag auf 42 (davon 33 Tage Zahlungsziel und neun Tage Zahlungsverzug). „Das ist in Relation einfach zu wenig“, sagt Eibl.

"Drei Tage zu viel"

Zusätzlich zu der hohen Zahlungsdauer sei NÖ – neben Wien, der Steiermark und Oberösterreich – eines der Bundesländer, die das Bundesvergabegesetz noch nicht erfüllen. Dieses legt gemäß der EU-Zahlungsverzugsrichtlinie fest, dass das durchschnittliche Zahlungsziel der öffentlichen Hand nur 30 Tage betragen darf. „In NÖ sind das aber momentan mit 33 Tagen drei Tage zu viel“, so Eibl.

Beim Zahlungsverhalten von Firmen– und Privatkunden liegt NÖ laut Studie dahingegen mit einer Zahlungsdauer von 30 Tagen bei Firmenkunden und 17 Tagen bei Privatkunden im bundesweiten Durchschnitt.

Einer der Hauptgründe für etwaige Zahlungsverzüge bei Firmenkunden ist dabei ein momentaner Liquiditätsengpass. Bei den Privatkunden steht dahingegen Vergesslichkeit an erster Stelle. Für die öffentliche Hand seien die Gründe nicht abgefragt worden, so Eibl.