Zeitersparnisse durch Wiener Hauptbahnhof. Ab 14. Dezember werden die ersten Fernzüge am neuen Wiener Hauptbahnhof halten, Ende des Jahres 2015 wird dann der gesamte Fernzugbetrieb hier abgewickelt.

Erstellt am 10. Juni 2014 (13:23)
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Erleichterungen und Zeitersparnisse wird das vor allem für den Süden Wiens und die Bundesländer bedeuten, wie Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB, am Dienstag bei einer Pressekonferenz erklärte.

Zeitersparnisse von bis zu einer halben Stunde

Vor allem Fahrgäste aus dem Norden, Süden und Osten profitieren vom intensivierten Teilbetrieb, nur der Verkehr der Weststrecke wird erst ab Dezember 2015 über den Hauptbahnhof abgewickelt. Dann planen die ÖBB ein "Doppel-Hub-Konzept", das nicht nur den neuen Bahnhof, sondern auch Wien Meidling als Umsteigeverbindung zwischen Süden und Westen integrieren soll. Ab 2016 wird dann auch die Verbindung zum Flughafen mit 30-Minuten-Intervallen deutlich intensiviert.

„Der Hauptbahnhof wird von jeder U-Bahn und Schnellbahn-Station binnen 30 Minuten erreichbar sein", meinte Kern. Besonders Bewohner im Süden von Wien können mit Zeitersparnissen von bis zu einer halben Stunde rechnen. Auch bei den Fernverkehrsverbindungen rechnet die ÖBB mit deutlichen Fahrzeitverkürzungen: So wird es ab Dezember etwa eine neue Direktverbindung zwischen Graz und Prag geben, die etwa eine Stunde kürzer dauert als bisher.

Als zweite neue Direktverbindung fahren die Züge der ÖBB jetzt auch zwischen Linz und dem Flughafen Wien - bisher mussten Reisende aus den Bundesländern am Westbahnhof in einen Bus umsteigen. Es handelt sich dabei um eine ICE-Verbindung mit Zwei-Stunden-Takt. Die Zeitersparnis zwischen Wien und Prag beträgt laut ÖBB ebenfalls rund 40 Minuten. Zwischen Wien und Budapest erspare man sich zwischen zehn und 24 Minuten.

Potenzial nach oben gibt es laut Kern noch

Ab Dezember 2016 fallen dann vor allem viele Umstiege weg. ÖBB-Vorstandsvorsitzender Kern erwartet sich von den neuen Verbindungen auch einen deutlichen Impuls in Sachen Fahrgastaufkommen. 1.100 Züge sollen im Vollbetrieb schließlich hier halten - Potenzial nach oben gibt es laut Kern allerdings noch: „Ich würde mir einen deutlichen Ausbau der Schnellbahn in Wien wünschen."

Konkret sieht der Fahrplan für den neuen Wiener Hauptbahnhof nun so aus: Im Oktober eröffnet das Einkaufszentrum Bahnhof-City. Im Dezember ist das Bahnhofsgebäude dann endgültig fertiggestellt, ab 14. halten hier erstmals auch Fernverkehrszüge auf insgesamt 10 Gleisen. Erweitert wird das Zugangebot um die Achse Passau-Linz-Wien-Flughafen, die Achse Graz-Wien-Prag sowie die Achse Wien-Villach-Italien.

Außerdem halten sämtliche Nacht- und Autoreisezüge nun am Hauptbahnhof. Die Weststrecke bleibt weitgehend unverändert, nur die Strecke Salzburg-Budapest wird zusätzlich mit dem Hauptbahnhof verknüpft.

Ab Dezember 2015 geht der Bahnhof schließlich in Vollbetrieb, alle zehn Bahngleise plus Zulaufstrecken sind dann im Einsatz. Statt wie bisher über drei Kopfbahnhöfe geht der gesamte Fernverkehr ab und bis Wien dann über den Hauptbahnhof. Auch Fernzüge der Weststrecke fahren dann nach Wien Meidling und Wien Hauptbahnhof.