Zucker-Zukunft ungewiss. Zwei Agrana-Geschäftsführer abberufen. Im August wird entschieden, ob in den beiden NÖ-Werken Rübenverarbeitung im Herbst möglich ist.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. Juli 2020 (09:28)
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Gerüchte ranken sich um die börsennotierte Agrana. Statt vier hat deren Zucker GmbH mit Fabriken in Tulln und Leopoldsdorf (Bezirk Gänserndorf) nun nur noch zwei Geschäftsführer. Ulrich Fischer und Konrad Halwax wurden aus ihren Funktionen abberufen. Ihre Bereiche werden auf die verbliebenen Chefs, Josef Eisenschenk und Andreas Schröckenstein, aufgeteilt.

Die Agrana will die Abberufung auf Nachfrage nicht kommentieren. Gerüchten zufolge werden als Hintergrund massive Schäden und Rückgänge beim Zuckerrübenanbau angeführt – obwohl das Unternehmen erst verkündete, dass die Umsatzerlöse im Segment Zucker 2019 deutlich über dem Vorjahr lagen. Die Rede ist von möglichen Stilllegungen der beiden Fabrikstandorte in NÖ. Nachdem das in Leopoldsdorf schon seit Längerem zur Diskussion stand, wird es nun auch beim Werk in Tulln nicht mehr ausgeschlossen. Die Agrana bestätigt, dass die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr von rund 28.000 auf 26.300 Hektar gesunken ist. Kapazität hätten die beiden Zuckerfabriken jedoch, um bis zu 42.000 Hektar Rübenfläche zu verarbeiten. Die heurige tatsächliche Erntemenge hänge vom weiteren Witterungsverlauf über den Sommer ab, sagt ein Unternehmens-Sprecher.

Was das für die Werke in NÖ bedeutet, ist noch nicht klar: Vor einigen Wochen hieß es noch, dass im Herbst auf jeden Fall an beiden Standorten Rüben verarbeitet werden. Nun erscheint das nicht mehr so sicher: Erst Ende August soll evaluiert werden, ob eine Rübenverarbeitung in allen Werken möglich ist.