Die Meisterkonzerte St. Pölten sind zurück!. Also im Grunde genommen waren die Meisterkonzerte ja gar nicht weg, sondern es mussten coronabedingt die letzten drei Konzerte der Saison 2019/2020 abgesagt bzw. in die neue Saison verschoben werden. Diese startet am 6. Dezember und wartet bis Mai 2021 mit insgesamt sechs Hochkarätern auf.

Erstellt am 22. Oktober 2020 (11:42)
Martin Breinschmid

Von statten geht die traditionelle Reihe wie gewohnt im Großen Stadtsaal St. Pölten (D & C Hotel), im Hinblick auf die sichere Umsetzung der perfekte Rahmen, wie Bürgermeister Matthias Stadler überzeugt ist: „Wir wollen Gesundheit und wir wollen Kultur. Ideal lässt sich beides im Großen Stadtsaal verbinden: Großzügige Abstände und ein perfekt durchgestaltetes Sicherheitskonzept sind eine Garantie dafür, dass man sich in perfekter Umgebung unbesorgt an Musik und in dieser Saison auch an – musikalisch eingebetteter – Literatur erfreuen kann.“

Meisterkonzerte im wahrsten Sinne des Wortes

Für das Programm sorgt einmal mehr in bewährt genialer Form der künstlerische Leiter Robert Lehrbaumer, der „guten Mutes“ ist, wie er betont – kein Wunder bei dem abwechslungsreichen Programm.

Robert Lehrbaumer
Wolfgang Mayer

Besonders verspricht gleich der Eröffnungsabend am 6. Dezember unter dem Motto „St. Pölten Gala“ zu werden, der – nomen est omen – ganz im Zeichen großartiger St. Pöltner steht, bis hin zur aus dem ORF bekannten Moderatorin Teresa Vogl. Als Künstler treten Spitzengeiger Wolfgang David, der gemeinsam mit der Pianistin Tomoko Nakai romantische Virtuosenstücke zum Besten gibt, weiters Sopranistin Xenia Galanova, die von Pianist Karl Eichinger begleitet wird, das mehrfach ausgezeichnete Benigna Quartett und - last not least - solistisch am Klavier Robert Lehrbaumer in Erscheinung.

Robert Lehrbaumer ist es auch vorbehalten, erstmals selbst das traditionelle Faschingskonzert am 17. Jänner zu bestreiten. Mit viel Esprit und Humor wird er etwa erklären, wie Chopin „Praktisches für den Alltag“ (z. B. „Musik zum Eierkochen“) geschrieben hat, wie das Klavier zu seinen schwarzen Tasten gekommen ist oder wie man als Komponist am besten von Kollegen „abschreibt“. Dabei darf man sich auf großartige Klavierstücke von Bach, Mozart, Beethoven, Chopin, Schumann bis hin zu berühmten Melodien aus „James Bond“, „Star Wars“, „Der rosarote Panther“ etc. freuen.

Ein grandioser Auftritt verspricht jener von Maria Happel als Edith Piaf und Sona MacDonald als Marlene Dietrich am 14. Februar zu werden. Unter dem Titel „Spatz und Engel“ spüren die beiden den berühmten Diven nach, zwei Frauen zwischen Ruhm und Verzweiflung, und bringen auch zahlreiche Hits wie Milord, La vien en rose, Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt uvm. zu Gehör.

Zwei nicht minder starke Künstlerinnen bestreiten den Abend am 7. März. So laden Kammerschauspielerin Maresa Hörbiger sowie Kabarettikone und Schauspielerin Andrea Händler zu einer unterhaltsamen Lesung, die einen humoristischen Streifzug durch beliebte und amüsante Gedichte, Dialoge und Aphorismen bietet. Musikalisch umrahmt wird der Abend von Albin Paulus, bekannt als „Weltvirtuose der Maultrommel“, der aber auch als Dudelsackspieler erfolgreich ist, sowie von Pianistin  Ines Schüttengruber.

Am 18. April wird dann das bereits für Frühjahr geplante Konzert „Best of Swing“ nachgeholt, und „Best“ gilt hier zweifellos auch für die Protagonisten. So wird Nicki Parrott, stimmlich gern als die „Marilyn Monroe des Jazz“ bezeichnet und zudem fulminante Kontrabassistin, von niemand Geringerem als Jazzvirtuosen Martin Breinschmid am Vibraphon sowie seinen Radio Kings begleitet. Breinschmid wird auch humorvoll durch diese musikalische Reise vom New Orleans Blues bis zur New Yorker Broadway-Musik führen.

Das Abschlusskonzert findet am 23. Mai in Kooperation mit den St. Pöltner Festwochen statt und beschert kein Trio infernale, sondern mit Vincenzo Mariozzi an der Klarinette, Franceso Mariozzi am Violoncello sowie Bertrand Giraud am Klavier wahre Virtuosen ihres Faches. Gemeinsam spielen sie Beethovens „Gassenhauer-Trio“, Brahms Trio op. 114 sowie das Klarinetten-Trios von Filmkomponisten-Legende Nino Rota.

Wie verspricht Robert Lehrbaumer augenzwinkernd und doch herrlich treffend: „Wir wollen Ihnen ‚mit Abstand … die besten Konzerte‘ präsentieren!“