Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: "Ich verstehe Ihre Sorgen"

Bei der NÖN-Telefonsprechstunde suchten NÖN-Leser Antworten und Hilfe bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Erstellt am 30. November 2021 | 09:18
Lesezeit: 3 Min

„Das soll kein Sudern sein: Ein schwerbehindertes Kind zu haben ist eine besondere Herausforderung in Zeiten der Pandemie“: Eine Mutter aus Gansbach (Bezirk Melk) wandte sich bei der NÖN-Telefonsprechstunde an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Was in der Gesellschaft fehlt, ist Empathie. Es kommt mir immer vor, als ob ich mit einem Alien unterwegs wäre“, erzählt die Gansbacherin. Konkretes Anliegen: In Zeiten der Digitalisierung verlangen immer noch Förderstellen die Originalrechnungen, die per Post geschickt werden müssen. Konkret gehe es da um Förderansuchen für Pflegebehelfe an Krankenkassa und PVA: „Jeder will eine Originalrechnung.“ „Da müsste eigentlich einscannen und schicken reichen“, wunderte sich die Landeshauptfrau.

„Frau Landeshauptfrau, Sie sind meine letzte Hoffnung!“

Ein Kind mit besonderen Bedürfnissen hat auch eine Mutter aus Stratzing (Bezirk Krems-Land): Die 15-jährige Tochter war ein Frühchen, anfangs hieß es, dass sie nie gehen wird können. Mittlerweile ist sie derart austherapiert, dass sie Chancen auf eine Integrationsstelle in Langenlois hat. Es würden nicht mehr viele Therapieeinheiten fehlen: Allerdings war die Tochter bisher immer in Bad Radkersburg in Behandlung. Jetzt sind die Verträge mit der Krankenkasse ausgelaufen, Tochter Tatjana soll stattdessen nach Bad Erlach. „Bad Radkersburg ist spezialisiert auf Habilitation, nicht auf Rehab“, sagt sie, die Tochter brauche ersteres und fühle sich dort auch wohl. Johanna Mikl-Leitner versprach, sich für die Tochter einzusetzen.

"Ich verstehe Ihre Sorgen"

Weil sie den mRNA-Impfstoffen nicht traut, warten eine Frau aus Feistritz am Wechsel (Bezirk Neunkirchen) und ihre Familie sehnsüchtigst auf die Tot-Impfstoffe gegen das Coronavirus. Ob die Landeshauptfrau wisse, wann die endlich kommen, wollte sie wissen. Die Meinung Mikl-Leitners war eindeutig: „Ich verstehe Ihre Sorgen. Aber ich bitte Sie, den Medizinern und der Wissenschaft zu vertrauen.“ Sie könne nur empfehlen, sich so rasch wie möglich impfen zu lassen. Sie habe kein Verständnis dafür, wenn ungeimpfte Corona-Patienten die Intensiv-Betten belegen und kein Platz mehr für Herzinfarktpatienten oder notwendige Herz-OPs sei.

„Warum hat der Bund so lange gebraucht, um den Corona-Impfstoff für Kinder freizugeben?“, wollte im Gegenzug eine Hollabrunnerin wissen: „Ich bin froh, dass die EMA jetzt die Impfung für die Kinder freigegeben hat“, fand die Landeshauptfrau. Bei denen, die sich allgemein nicht von der Impfung überzeugen ließen, sprach sie sich für die Impfpflicht aus: „Aber das kann nur die ultima ratio sein, um Corona loszuwerden.“

Ehemaliger Stadtrat diskutierte über Verkehrsprobleme in Gänserndorf

Jahrelang war er in Gänserndorf Stadtrat für Bau und Verkehr. Dass die S 8 jetzt nicht gebaut werden soll, kann der Gänserndorfer nicht verstehen: „Seit 20 Jahren reden wir davon, seit zehn Jahren höre ich täglich in den Verkehrsnachrichten von den Staus auf der B 8 und durch Strasshof und Deutsch Wagram.“ „Ich kenne das Problem seit mindestens 15 Jahren“, stimmte ihm Mikl-Leitner zu: „Ich werde die Verkehrsministerin Leonore Gewessler einladen, sich vorort ein Bild zu machen.“

Wie es jetzt bei der Umfahrung Zwölfaxing weitergehe, wollte ein Zwölfaxinger (Bezirk Bruck) wissen: Im März wurde bekannt gegeben, dass das Projekt gebaut werden könne. Er habe den Eindruck, dass bei den Grundeinlösen zu wenig weitergehe: „Irgendwann muss man mit einer gewissen Strenge vorgehen, damit das nicht wieder verzögert wird“, findet der Zwölfaxinger. Ja, derzeit würde mit Grundeigentümern verhandelt, bestätigte Mikl-Leitner: „Aber wir müssen aufpassen, wie viel wir für den Grund zahlen“, denn auch das habe Auswirkungen auf weitere Grundgeschäfte. Wann gebaut wird: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, weil wir wissen, dass der Großteil der Menschen das Projekt will“, sagte die Landeshauptfrau.

Finanzielle Ungleichheiten bei der Pflege

Ein Mann aus Gaweinstal (Bezirk Mistelbach) wollte über die finanzielle Ungleichbehandlung von pflegenden Angehörigen und jenen, die ihre Angehörigen ins Pflegeheim geben, sprechen: Denn trotz Landeszuschüssen bliebe bei der 24-Stunden-Pflege noch eine ziemliche Summe übrig, die im Falle eines Pflegeheimaufenthaltes nicht anfalle. „Wir werden das in unsere mittel- und langfristigen Überlegungen einbauen“, versprach Mikl-Leitner.

Warum bekommt der mobile Pflegedienstleister Cura Communitas keine Förderungen vom Land, wollte eine Korneuburgerin wissen: Ihre Mutter werde nach Schlaganfall von der Organisation betreut und sie sei sehr zufrieden. „Cura Communitas muss uns noch ein paar Unterlagen liefern und einige Fragen beantworten“, wusste die Landeshauptfrau sofort Bescheid.