Bezirksfinale in Unterwaltersdorf ist entschieden. Am Samstag fand in der Feuerwehrscheune in Unterwaltersdorf, Bezirk Baden, das große Finale von "die NÖN sucht das größte Talent" gleich dreier Bezirke statt: Kandidaten aus Bruck an der Leitha, Baden und Mödling stellten sich der Jury und dem Voting des Publikums.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 11. Oktober 2020 (16:13)

Andi Marek und sein Sohn Lukas riefen, und die Fans von "Die NÖN sucht das größte Talent" kamen in die Feuerwehrscheune in Unterwaltersdorf, um ihre Favoritinnen und Favoriten anzufeuern. Die Live-Show ist seit 10 Jahren Kult, die Castings, um Teilnehmer mit besonderen Fähigkeiten aufzuspüren, fanden bereits Anfang August statt. "Wir haben 24 Castings quer durch ganz Niederösterreich absolviert, in den jeweiligen Raiffeisenbank-Filialen um das Talent zu finden, das das Zeug hat, auf der Bühne zu stehen. Das ist keine Mini-Playbackshow, das ist fette Live-Bühne", betonte Moderator und Show-Mastermind Andi Marek zu Beginn.

Obwohl, dieses Jahr machte Marek eine Ausnahme, denn um zu sehen, welches Talent Jana Cencic aus Petronell im Bezirk Bruck an der Leitha hat, brauchte es eine Sporthalle. Aber Marek folgte der zehnjährigen Gymnasiastin in eine Tennishalle, wo ganz oben an der Decke Tücher befestigt waren. Wozu, das zeigte die junge Akrobatin, die als Lieblingsfach "immer noch Turnen" angab, nicht nur in der Tennishalle in Bruck, sondern auch im Feuerwehrstadl in Unterwaltersdorf in beeindruckender Weise. Dazu noch hatte die Schülerin die Nummer 1 gezogen, "eine Nummer, die bei keinem der Teilnehmer beliebt ist", weiß Marek. Nach der Performance von Jana versuchte auch Lukas Marek die Tücher hochzuklettern, was aber ein gut gemeinter Vorsatz blieb. 

Bei "Die NÖN sucht das größte Talent" entscheidet zu 60 Prozent die Jury, zu 40 Prozent braucht es Anrufe aus dem Publikum. "Das ist das fairste Konzept überhaupt", betonte Marek. Die letzte Vorrundenauswahl fand in Unterwaltersdorf statt, von den 12 Kandidaten sind es sechs, die in das Finale NÖ Region Süd kommenden Freitag in der Arena Nova einziehen. Auch der allgegenwärtigen Corona-Situation Rechnung tragend, wurden die Mikrofone nach jedem Auftritt desinfiziert und mit neuem Schaumstoff bestückt. Nach Jana Cencic  folgten sieben junge Damen aus Janas Heimatbezirk Bruck an der Leitha. Die "Hainburger Oriental Teens" zeigten, dass der richtige Hüftschwung nicht nur im Orient, sondern auch vor dem Braunsberg gelingen kann. Katharina Anger trainiert mit ihren Damen mindestens einmal in der Woche bis zu zwei Stunden, und das seit fünf Jahren. 

Diesem Auftritt - Bauchtanz gab es noch nie in der Show - folgte eine Riege von Sängerinnen und Sängern. Dass diese meist "völlig zurecht" einen Großteil der Show ausmachen, ließ auch Andi Marek nicht unerwähnt. Im Bezirk Bruck hatten sich Hannah Krammer (Wolfsthal) und Bianca Steger (Kittsee) dem Casting unterzogen, die Medizinstudentin Elaaha Anwari aus Schwechat bewies, dass sie nicht nur eine eifrige Studentin, sondern auch eine begabte Sängerin ist. Bianca Steger trug einen Traum in Blau, das Abendkleid sollte wohl deutlich machen, wohin der Weg nach der Schule gehen soll: auf die Bühne. Den Traum von einer Karriere als Sängerin verfolgen auch die Ladies aus dem Bezirk Baden: Maria Murlasits (Berndorf), Emma Tauchner aus Schönau an der Triesting, Maria-Luise Leitner, von allen kurz nur "Mary" genannt sowie Zoe Spitzer und Leoni Buchner aus Deutsch Brodersdorf. Mary Leitner hatte sich im Lockdown hingesetzt und kurzerhand einen eigenen Song komponiert, den sie in Unterwaltersdorf sensationell vortrug. Und Emma sang das Lied "Oma" von den Seern, auch in Gedenken an ihre eigene Oma, die vor drei Monaten verstorben war. Gänsehautfeeling pur, denn auch Marek merkte an: "Also ich habe ja nahe am Wasser gebaut, und jetzt, bei diesem Lied, da konnte ich mir die Tränen kaum zurückhalten."

Paul Pavlovic aus Seibersdorf, ebenfalls im Bezirk Baden gelegen, hingegen trat mit seiner E-Gitarre und richtiger Rockstar-Attitüde auf. Obwohl er den Saal zweifellos rockte, reichte es am Ende für ihn nicht, um am kommenden Freitag in Wiener Neustadt in der Arena Nova performen zu können. Anders als drei der singenden Damen: Maria Murlasits, Emma Tauchner und Mary Leitner bekamen ein Ticket zum Finale der Region NÖ Süd, für die beiden Schülerinnen Zoe Spitzer und Leoni Buchner reichte ihre Performance von Ava Max Hits "salt" nicht, um weiterzukommen. 

Der Bezirk Mödling war mit Paul Perjul und Hannah Hruska, beide aus Maria Enzersdorf vertreten. Perjul ist bei "Die NÖN sucht das größte Talent" schon ein alter Bekannter, der,auch was seine körperlichen Fähigkeiten betrifft, Riesenfortschritte macht. So ließ er mehrere schmerzhafte Operationen über sich ergehen, um den Rollstuhl verlassen zu können, "ich singe im stehen", stellte er klar. Und so lieferte Perjul den Hit "Ring of fire" von Jonny Cash ab, während Hannah Hruska "Not About Angels" von Birdy interpretierte. Am Ende schaffte es Hannah weiterzukommen, für Perjul bleibt als Trost, dass die aufstrebende Sängerin und ehemalige Show-Teilnehmerin Lydia Kelovitz sich als Fan von Paul outete und ihn im Publikum anfeuerte. Auch für die junge Akrobatin Jana Cencic reichte es am Ende nicht ganz, auch nicht für die "Hainburger Oriental Teens" und Hanna Krammer aus Wolfsthal, die "Alone" von Romy Wave gesungen hatte. Das Publikum und die Jury in ihren Bann gezogen hatten Elaaha Anwari (Schwechat) und Bianca Steger (Bezirk Bruck). Die beiden sicherten sich die zwei letzten Tickets für die Fahrt nach Wiener Neustadt.