Medaillenregen für Produkte aus dem Pielachtal. Most, Saft, Nudel und Strudel erhielten Bestnoten. Produzenten legen großen Wert auf Qualität.

Von Gerhard Hackner und Nadja Straubinger. Erstellt am 07. April 2021 (04:04)

Preisverleihung und Messe gab es aufgrund der Coronasituation heuer zwar keine, prämiert wurden die besten Produkte trotzdem. Auch die Pielachtaler Betriebe konnten einige Auszeichnungen  abräumen, Top-Auszeichnung wie im Vorjahr der Pastakaiser und der Brotkaiser gab es heuer jedoch nicht.

Brigitte und Peter Leputsch aus Weinburg haben heuer nur ein Produkt eingereicht und damit Gold geholt. „Wir sind zufrieden. Wir waren zwar letztes Jahr Pastakaiser, hätten aber nicht gedacht, dass wir heuer Gold holen“, betont Leputsch. Schließlich sei es mit Bärlauchnudeln nicht so einfach. „Sie können leicht ausbleichen“, erklärt die Weinburgerin, die großen Wert auf die Qualität der verwendeten Rohprodukte legt. Auch ein sparsamer Einsatz von Ressourcen ist ihr ein Anliegen: „Einen Teil der Energie, den wir bei der Produktion benötigen, kommt von unserem Dach“, freut sich Leputsch.

„Wir sind zufrieden. Wir waren zwar letztes Jahr Pastakaiser, hätten aber nicht gedacht, dass wir heuer Gold holen“

Freude herrscht auch bei Familie Harm aus Ober-Grafendorf . „Strahlend glänzend hell, fruchtig frisch, mit leichter Würze, elegant und lebendig, einer klaren Note und guter Harmonie“, so wurden die beiden Gold-Medaillen-Moste der Familie Harm beschrieben. „Das Birnenjahr 2020 brachte reichlich gute Qualität“, betont Veronika Harm. Im letzten Jahr investierte die Familie in ein neues System, das es möglich macht, noch feinere Geschmacksnuancen aus den vollreifen Birnen in den Most bringen zu können. „Durch die schnelle und saubere Verarbeitung und dem neuartigen Presssystem lässt sich beste Qualität produzieren“, ist Harm überzeugt. Heuer hat die Familie nur Moste eingereicht.

„Strahlend glänzend hell, fruchtig frisch, mit leichter Würze, elegant und lebendig, einer klaren Note und guter Harmonie“

Klassisch, mit einem Dirndlsirup, erreichte Familie Ziegelwanger aus Hofstetten-Grünau ihre Gold-Medaille. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Unser Produkt zeichnet die Liebe zur Dirndlfrucht aus. Wir verarbeiten unsere gesamte Dirndlernte in Handarbeit“, betont Marianne Ziegelwanger. Die Marmelade stellt sie mit der Flotten Lotte her. Beim Ernten unterstützt sie ihr Vater, Peter Humpelstetter, tatkräftig. „Die Dirndln stammen von meinem Elternhaus Humpelstetter (Meisleck), verarbeitet werden sie auf meinen Hof“, führt Ziegelwanger aus, die mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb mit Kalbinnenzucht führt. Sie sind einer von 23 Landwirten, die den Hofstettner Genussladen bestücken.

Mit ihrem Schwarzen Ribisellikör überzeugte Katharina Daxböck aus Kirchberg die Jury. „Der Likör wird mit echten Früchten angesetzt und mit viel Liebe zum Detail hergestellt“, verrät Daxböck das Geheimnis ihres Erfolgs. Auch aus verschiedenen anderen Früchten wird am Lehenhof Likör hergestellt, außerdem verschiedene Edelbrandsorten, natürlich auch den Dirndlbrand sowie Marmeladen und Säfte. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Josef. „Er sammelt die Früchte und kümmert sich um die Sträucher und Obstbäume“, berichtet Daxböck. Außerdem habe er einen feinen Gaumen, was beim Abschmecken der Produkte sehr wichtig ist.

„Seit einigen Jahren gibt es bei uns auch das Walnuss-Bauernbrot und es kommt sehr gut an"

Mit ihrem Mohnstrudel begeisterte Maria Daxböck vom Zollnerhof in Kirchberg erneut die Jury. „Ein Geheimnis bei der Herstellung meines preisgekrönten Mohnstrudels ist, dass ich dazu nur den echten Waldviertler Graumohn verwende“, verrät die Kirchbergerin, die ihren Mohn vom Spezialbetrieb „Naturgut Kröpfl“ im Waldviertel bezieht. Zusätzlich spielt bei ihr als gelernte Konditorin auch die Liebe zum Backen eine große Rolle. Am Hof wird auch Bauernbrot gebacken, das in die regionalen Läden der Umgebung geliefert wird. „Seit einigen Jahren gibt es bei uns auch das Walnuss-Bauernbrot und es kommt sehr gut an. Wir sind natürlich sehr froh, dass dieses Spezialbrot jetzt zum zweiten Mal mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden ist“, betont Daxböck.

Auch sie erhält Unterstützung von ihrem Gatten Friedrich: „Er ist der gute Geist im Hintergrund. Er hält mir die Dirndlsträucher frei zum Ernten, er legt die Netze aus und hilft mit.“ Zuhause sei er die strenge Bewertungsjury und gebe ihr Tipps, was noch verbessert werden könne.