Absage an Reformidee. Weniger Freiwillige / Die Arbeiterkammer löste mit dem Vorschlag, mehr Angestellte in das Rettungswesen zu integrieren Unverständnis aus. Die Retter im Tal sind gegen die Reform.

Von Markus Glück. Erstellt am 28. April 2014 (08:46)
NOEN, privat
Wolfgang Brückler kann der Idee der Arbeiterkammer nichts abgewinnen. Foto: privat
Mit der Idee, das Rettungssystem zu reformieren und dafür mehr Angestellte als Freiwillige im Rettungswesen einzusetzen, löste die Arbeiterkammer bei den Blaulichtorganisationen im Pielachtal Kopfschütteln aus. Grund für den Reformvorschlag ist laut AK das geringe Jobangebot im Gesundheitssektor.

Allein beim Niederösterreichischen Rotem Kreuz belief sich die Anzahl der Einsätze im letzten Jahr auf über 762.000. „Ohne Freiwillige wären diese Einsätze nicht zu bewältigen“, berichtet der Ober-Grafendorfer Ortsstellenleiter Wolfgang Brückler. Nicht über das Freiwilligensystem sollte man laut Rabensteins Samariterbund-Obmann Willi Vorlaufer diskutieren: „Dieser Vorschlag stammt von Leuten, die keine Ahnung haben. Das Rettungswesen braucht die Freiwilligen.“

Eine Frage der Bezahlung

Für Vorlaufer, dessen Dienststelle gänzlich ohne Angestellte auskommt, stellt sich zudem die Frage der Bezahlung: „Könnten wir es uns leisten, hätten wir zumindest auch einen Angestellten.“

Sein Ober-Grafendorfer Kollege Brückler hat dafür ein einfaches Rechenbeispiel parat: „Im ganzen Bezirk wurden zuletzt 18.400 freiwillige Stunden absolviert.“ Geht man laut Brückler von einem Stundensatz von 20 Euro aus, wären für die Bewältigung der Aufgabe rund 120 Hauptberufliche notwendig.

„Das würde alleine im Bezirk St. Pölten Kosten von rund 1,6 Millionen Euro verursachen“, so Brückler. Eine Absage erteilt er auch dem Argument einer besseren Ausbildung: „Sowohl Freiwillige als auch Hauptberufliche absolvieren den gleichen Lehrstoff.“