Ein stiller Advent im Pielachtal. Wegen Corona finden heuer keine Weihnachtsmärkte statt. Vereine trifft die Situation besonders stark.

Von Bernhard Burmetler. Erstellt am 23. September 2020 (04:30)
Die Aussteller und Vereine werden heuer ihre Stände auf den Adventmärkten im Pielachtal nicht öffnen.
Tina Eder

Traditionell wird die schönste Zeit des Jahres mit Adventmärkten und zahlreichen Veranstaltungen am ersten Adventwochenende eingeleitet. Die derzeitige Verschärfung der Corona-Maßnahmen mit hohen Auflagen macht die Abhaltung der Weihnachtsveranstaltungen heuer unmöglich. Die Absage der beliebten Adventmärkte im Dirndltal wurde bei der vor kurzem abgehaltenen Besprechung der Pielachtaler Bürgermeister und Adventmarktveranstalter schweren Herzens durch einen einstimmigen Beschluss gefasst. „Wir sind ein zusammenstehendes Tal und eine stark vernetzte Gesellschaft mit dem ständigen Ziel, auch gemeindeübergreifend möglichst eng und gut zusammenzuarbeiten. Deshalb war es für uns klar, dass heuer entweder alle Gemeinden einen Adventmarkt veranstalten – oder eben keine“, betont Kurt Wittmann, Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal, die starke Verbindung der Gemeinden der Region.

Adventmarkt Ober-Grafendorf : Wirtschaftsbundobmann und Organisator Ewald Paukowitsch meint zur Entscheidung: „Im Raika-Hof wären einfach zu viele Leute auf engstem Raum und diese Situation können wir nicht verantworten.“ Mit Schulbeginn hätten die Vorbereitungen beginnen sollen. Dazu erläutert Paukowitsch: „Ich wurde bereits von Anna Thallauer von der Musikschule gefragt, wie es heuer um den Adventmarkt steht, denn man wollte schon mit den Gesangsübungen anfangen.“ Die Christbaumerstbeleuchtung und eine Weihnachtsbeleuchtung wird es geben. Die Vereine rechnen durch die Absage mit großen finanziellen Verlusten. Der Adventmarkt sei eine gute Einnahmequelle und das Geld wäre in neue Sachen investiert worden.

Rabensteiner Advent: Organisator Christian Lick vom Rabensteiner Advent bedauert, dass heuer keine Adventveranstaltungen über die Bühne gehen können. Dazu meint er aber: „Zum Wohle der Gesundheit der Besucher und Standler ist es besser, heuer nichts zu machen.“ Das Programm vom Rabensteiner Advent steht bereits seit Ende Mai. Aufgrund der Ausnahmesituation 2020 sind die Verträge mit den auftretenden Personen so vereinbart worden, sodass keine Stornokosten entstanden sind. Auch in Rabenstein gibt es eine Weihnachtsbeleuchtung.

Gemeinde Weinburg: Auf Anfrage meint Bürgermeister Peter Kalteis: „Sehr wahrscheinlich werden wir die Herbergssuche bei der Waldkapelle durchführen und auch die Christbaumerstbeleuchtung. Beides sind Freiluftveranstaltungen.“

Mariazellerbahn: Anton Hackner, Leiter der Mariazellerbahn, blickt positiv in die Zukunft: „Wir wollen die im Vorjahr gut gemeisterte Kooperation natürlich nächstes Jahr fortführen. Die Verbindung aus Bahnerlebnis und dem Genuss an den zahlreichen Stationen des Dirndltaler Advents ist ein tolles Angebot, das auch von den Besuchern geschätzt wird. Deshalb würden wir uns natürlich freuen, wenn die Kooperation im nächsten Jahr wieder planmäßig stattfinden kann.“

Tourismus: Obmann Gerhard Hackner respektiert die Entscheidung und sieht auch finanzielle Einbußen. „Wenn durch einen Markt ein Covid-Cluster entstanden wäre, hätte das einen Imageschaden für das gesamte Dirndltal nach sich gezogen“, gibt er zu bedenken.

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