Bezirk St. Pölten: Ein FPÖ-Urgestein nimmt den Hut

Erich Königsberger kandidiert nicht mehr als FPÖ-Bezirksobmann und zieht Bilanz.

Nadja Straubinger
Nadja Straubinger Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:54
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FPÖ-Politiker Erich Königsberger zieht sich schrittweise aus der Politik zurück.
Foto: Straubinger

Nach mehr als 20 Jahren an der Spitze der FPÖ im Bezirk St. Pölten wird Erich Königsberger nicht mehr antreten. Beim Parteitag am 22. Oktober wird sein Nachfolger gewählt.

Fix antreten wird laut FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger der St. Pöltner Gemeinderat Martin Antauer. Gegen ihn hatte sich Königsberger bei der letzten Wahl des Bezirkspartei-Obmanns noch durchgesetzt.

„Ich wünsche mir einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, die den Bezirk so erfolgreich weiterführt“, sagt Königsberger. Mit heute 1.114 Mitgliedern hat sich der Stand seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 fast verdoppelt. Die Bezirkspartei ist die mitgliederstärkste und mit 43 Gemeinderatsmandaten auch mandatsstärkste in NÖ.

Rückblick auf die Anfänge, aber auch Knittelfeld & Ibiza

Schon als Kind wollte Königsberger Landtagsabgeordneter werden. „Ich habe die Lausbubengeschichten geschaut. Onkel Filser hat ihm immer das Fell gerettet. So wollte ich auch sein“, erinnert sich Königsberger, der mit 44 Jahren in die Politik einstieg.

Der Polizist hatte stets mit Menschen zu tun, also wollte er „etwas zum Guten verändern“. Als heimatbewusster Mensch, der Brauchtum schätzt und für die Nachfahren erhalten will, kam nur die FPÖ in Frage.

Aber nicht alles war ungetrübt in den zwei Jahrzehnten. „Nach Knittelfeld 2002 sind wir aus vielen Gemeinderäten geflogen. Auch nach Ibiza haben wir 20 Mandate verloren“, erinnert sich der Bezirksparteiobmann. Skandale in Bund und Land spielten eine Rolle. „Da können die Funktionäre in den Gemeinden noch so fleißig sein.“

„Das ist sicher etwas, was ich am meisten bereue.“Über seinen Alko-Ausrutscher 2016

Königsberger selbst hatte 2016 seinen Ausrutscher. Alkoholisiert verwechselte er einen Radweg mit der S 33 und musste seinen Führerschein und in Folge seine Funktion als Verkehrs- und Sicherheitssprecher der FPÖ abgeben. „Das ist sicher etwas, was ich am meisten bereue“, erinnert sich Königsberger.

Seine Familie stand in dieser Zeit voll hinter ihm. Dieser will er nun wieder mehr Zeit widmen und sich schrittweise aus der Politik zurückziehen. 2023 wird er für den Landtag nicht mehr kandidieren.