Hermann Gruber: Ein Jahrzehnt für die Loicher Wehr. Hermann Gruber hat Amt als Kommandant niedergelegt. Im Interview blickt er auf seine Arbeit zurück.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 24. Januar 2021 (03:09)
Hermann Gruber, im Berufsleben selbstständiger Baumpfleger, zog sich aus Führungsspitze zurück, ist aber weiter für die FF Loch aktiv.
Leopold Seeland

„Zuverlässig. Pflichtbewusst. Ein Kommandant mit Handschlagqualität.“ Lobende Worte fand Bürgermeister Anton Grubner für Hermann Gruber. Dieser legte nach zehn Jahren das Amt des Loicher Feuerwehrkommandanten nieder; in seine Fußstapfen trat sein bisheriger Stellvertreter Leopold Seeland.

Seit 2008 ist der gebürtige Oberösterreicher im Team der FF Loich, das Feuerwehrwesen hat es dem 48-Jährigen aber länger angetan. Bei der Feuerwehr Steyrling war er schon Gruppenkommandant. Der Liebe wegen zog er nach Loich. Er weiß noch ganz genau, wie er hier zur örtlichen Feuerwehr kam: „Ich war gerade bei meinen Schwiegereltern, als plötzlich die Sirene losging. Zeitgleich erhielt ich eine Alarmierung der FF Steyrling auf mein Handy. Ich wollte unbedingt helfen. Doch bei der einen Feuerwehr konnte ich nicht, weil sie zu weit weg war, und bei der anderen durfte ich noch nicht, weil ich kein Mitglied war.“ Sofort fragte er um die Möglichkeit zur Mitarbeit an. Der ausgebildete Floriani war in Loich willkommen. Was er bedauert ist, dass er einige Kurse, die er bereits in Oberösterreich absolviert hatte, neu besuchen musste. „Schade, dass es keine bundesweit einheitlichen Richtlinien gibt“, bedauert er. Wiederholung sei zwar gut, aber mit Aufwand verbunden.

„Der Kampf um Mitglieder wird schwieriger.“ Hermann Gruber. Alt-Kommandant der FF Loich

Als Rettungssanitäter führte Gruber bei der Feuerwehr Loich den „First Responder“ ein. So hängt im FF-Haus ein Defibrillator, darauf geschulte Florianis können als medizinische Laien damit ausrücken und bis zum Eintreffen der Rettung Erste Hilfe leisten.

43 Mitglieder hat derzeit die Feuerwehr Loich. „Der Kampf um Mitglieder wird schwieriger“, stellt er fest. Eine Jugendgruppe gibt es derzeit nicht; Leute für das Ehrenamt zu gewinnen, bedarf Überzeugungskraft. Ansagen wie „Das sollen die machen, die Zeit haben“, lässt er nur bedingt gelten, denn: „Fast jeder findet es selbstverständlich, dass ihm die Feuerwehr hilft. Dann sollte eine gewisse Bereitschaft zur Mitarbeit gegeben sein.“ Auch wenn er nicht mehr an der Kommandospitze steht, bleibt Gruber der Feuerwehr weiter treu. „Wenn die Sirene ertönt, werde ich zur Stelle sein“, betont er. Für die Gemeinde Loich wird er außerdem weiter als Zivilschutzbeauftragter fungieren.