Undisziplinierter Biker beschimpft Kühe auf Weide. Sie fahren abseits von Strecken, in der Dämmerung und Weidetiere stören sie auch: Undisziplinierte Radfahrer bringen Fortbestand der Mountainbike-Strecken ins Wanken.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 23. Juli 2019 (04:38)
Josefa Karner
Die Kühe, die sich neben der Strecke bei ihrer Wasserstelle befanden,störten einen Mountainbiker in Deutschbach.

„So ein Verhalten ist einfach eine Frechheit“, grollt Josefa Karner. Die Gebietsbäuerin ist verärgert. Durch ihre landwirtschaftlichen Flächen bei Deutschbach führt eine der beiden Mountainbike-Strecken ins Pielachtal. Damit die Freizeitsportler ihrem Hobby frönen können, stellte sie, so wie etliche andere Landwirte hier auch, ihre Flächen zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. „Immer wieder kommt es aber vor, dass die Biker abseits der Strecke quer durch die Wiese fahren“, erzählt sie. Ein Vorfall hat sie letztens aber besonders geärgert.

„Ein Mountainbiker hat meine Kühe, obwohl sie sich ihm gar nicht genähert haben und nur zur Wasserstelle wollten, mit den Worten ,Scheiß Viecher‘ beschimpft“, schildert sie. Und: „Er hat die Tiere zwar nicht bedroht, aber so eine Reaktion finde ich vollkommen überzogen. Schließlich ist das die Weide meiner Tiere, über die er fährt.“ Manche Biker würden die Weidegatter für nachfolgende Radfahrer offenlassen.

„Ein Mountainbiker hat meine Kühe, obwohl sie sich ihm gar nicht genähert haben und nur zur Wasserstelle wollten, mit den Worten ,Scheiß Viecher‘ beschimpft“

Hans Brodtrager, selbst begeisterter Radfahrer, hat vor einigen Jahren die Rabensteiner Mountainbike-Strecken mit viel Engagement, in enger Kooperation mit Landwirten, Grundeigentümern und der Jägerschaft, initiiert.

Auch er ist verärgert: „Jäger mussten schon Mountainbiker aufhalten, weil diese noch in der Dämmerung unterwegs waren“, weiß er. Er gibt etwaige Folgen bedenken: „Es kann passieren, dass aufgrund solcher, sich häufender unliebsamer Vorfälle die Landwirte aus den Verträgen zurücktreten. Dann haben wir leider keine Strecken mehr.“