Grüne wollen Staumauer in Hofstetten-Grünau verhindern. Landes-Grünen kamen nach Hofstetten-Grünau. Ihnen ist harte Verbauung ein Dorn im Auge.

Von Nadja Straubinger und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. September 2019 (04:38)
Michael Pinnow
Betroffene Anrainer sahen sich die Situation in Hofstetten-Grünau gemeinsam mit Leonore Gewessler, Elisabeth Götze und Helga Krismer von den Grünen an.

Ein Hochwasserschutzprojekt wurde abgeschlossen, das nächste ist bereits in der Pipeline. Das Projekt für Aggschuss- und Pfarrgraben wartet derzeit auf die wasserrechtliche Bewilligung. Inzwischen sorgt es für Diskussionsstoff in Hofstetten-Grünau. Bürger der Marktgemeinde wandten sich an die Grünen mit Sprecherin Helga Krismer. Diese fordert nun einen ökologischen Hochwasserschutz anstatt der geplanten Staumauer.

Dabei hat auch dieser Hochwasserschutz eine lange Geschichte. Schon vor 40 Jahren begann das Problem mit dem Einbau von Rohren, um kleine Bäche unterirdisch fließen zu lassen. Bei Starkregen konnten diese Rohre das Wasser nicht mehr transportieren, es floss schließlich die Straße entlang in eine Wiese, die als natürlicher Retentionsraum diente.

„Schließlich wurden zwei Staumauern errichtet, eine im Pfarrgraben, eine im Aggschussgraben“, erinnert sich Bürgermeister Arthur Rasch. Dann wurde in Bauland umgewidmet, da der Schutz auf Niederschlagsmengen von 70 Litern pro Stunde ausgelegt war. „Das Hochwasser 2016 hat uns eines Besseren belehrt.“ Die beiden Mehrfamilienhäuser im ehemals natürlichen Becken wurden überflutet.

Staumauer und Retentionsbecken

Neue Maßnahme ist jetzt eine weitere große Staumauer und ein Retentionsbecken mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Kubikmetern. Außerdem soll laut Bürgermeister das Fassungsvermögen des Kanals auf 100 Liter pro Sekunde erhöht werden und ein direkter Abfluss in die Pielach hergestellt werden.

Diese Pläne kritisieren die Grünen, sie seien nicht mehr zeitgemäß. „Hofstetten-Grünau braucht ökologisch vertretbare Lösungen statt harter Verbauung“, fordert Krismer und bekrittelt, dass der Hochwasserschutz seit vielen Jahren als Stückwerk betrieben werde, was immer weitere Maßnahmen nötig gemacht habe. „Die Verbauung des Baches muss verringert werden und er muss die Möglichkeit haben, natürlich überzugehen. Bäche und Flüsse müssen mäandrieren können, Flusssohlen stabilisiert werden, die Fließgeschwindigkeit durch Gehölze wie Weiden verlangsamt und Flächen entsiegelt werden“, so die Grünen.

Arthur Rasch versteht die Aufregung indes nicht, denn durch das neue Bauwerk würden an die 100 Liegenschaften geschützt, die beim letzten Hochwasser große Schäden hatten. Außerdem betont er in Hinblick auf die Pielach: „Das Flussbett wurde renaturiert und mäandert bereits.“