Skelettfunde bei Frankenfelser Kirche. Überreste von mehr als 20 Menschen legten Archäologinnen in Frankenfels frei.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 18. Juni 2019 (04:36)
Gonaus
Sorgfältig werden die Skelette von den umgebenden Erdschichten befreit und sorgfältig für weitere Untersuchungen verpackt.

Seit fast zwei Wochen laufen in Frankenfels die Arbeiten für die Sanierung des Kirchensockels. Weil die Kirchenmauer trockengelegt werden muss, waren Aushubarbeiten für die Drainage nötig. Dabei stießen die Mitarbeiter auf menschliche Skelette, die jetzt von Archäologinnen feinsäuberlich freigelegt werden.

Groiss
Katharina Keppel und Nadine Geigenberger beim Freilegen der Skelette in Frankenfels.

Die Arbeiten an der Südseite sind bereits abgeschlossen, jetzt ist die Ostseite in Arbeit. „80 Zentimeter haben wir bereits runter gegraben, recht viel tiefer wird es nicht“, berichtet Alfred Gonaus von der Pfarre. Grabungsleiterin Nadine Geigenberger und Katharina Keppel von der Firma Ardig legten bisher knapp über 20 Skelette entlang der Kirchenmauer frei, dokumentierten sie und packten sie in Säcke.

„Die meisten Überreste stammen aus dem Spätmittelalter und Barock“, berichtet Geigenberger. Pfarrer Alois Brunner fügt hinzu: „Bei uns gibt es zwar keine Grabsteine, aber es waren meistens die vornehmen Leute, die unmittelbar bei der Kirchenmauer begraben wurden.“

„Bei uns gibt es zwar keine Grabsteine, aber es waren meistens die vornehmen Leute, die unmittelbar bei der Kirchenmauer begraben wurden.“

Diese Geschichte ist auch Geigenberger bekannt, ob es sich aber auch bei den Skeletten in Frankenfels um höher gestellt Personen gehandelt hat, wird noch geklärt. „Bei Katholiken gibt es wenige Grabbeigaben. Höhergestellte erkennt man eher daran, was sie an der Kleidung tragen, wie Gürtelschnallen“, erklärt Geigenberger.

Es sei aber nur relativ wenig gefunden worden. Noch diese Woche werden die Arbeiten in Frankenfels abgeschlossen. Dann soll ein Anthropologe die Überreste untersuchen.

„Am Knochenmaterial kann man dann ebenfalls feststellen, was für ein Leben die Menschen geführt haben. Die Ernährung zeigt sich an den Zähnen und auch, ob die Person schwere Arbeit verrichtet hat, kann man dann sehen“, führt Geigenberger aus. Außerdem finden die Wissenschafter Geschlecht und Alter der Toten heraus und untersuchen, ob und welche Krankheiten sie hatten. Das wird alles genau dokumentiert.