Keine Pause am Antlashof trotz Corona-Pandemie . Am Antlashof in Hofstetten-Grünau haben psychisch beeinträchtigte Jugendliche auch in Zeiten von Covid-19 ausreichend Beschäftigung.

Von Marlene Greifeneder. Erstellt am 16. September 2020 (04:12)
Die Versorgung der Pferde gehört zu den Aufgaben der Bewohner amAntlashof.
Antlashof/Hammerschmid

Seit Dezember 2016 bietet der Antlashof vollbetreutes Wohnen sowie eine Tagesstätte für psychisch beeinträchtigte Menschen an. Die betreuten Jugendliche sind älter als 15 Jahre. „Momentan leben sechs psychisch beeinträchtigte Jugendliche in den zwei Wohngemeinschaften. Tagsüber werden aber insgesamt 18 Jugendliche betreut“, erzählt Geschäftsführer Roland Hammerschmid. Die Jugendlichen werden von 13 Mitarbeitern unter der Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse beaufsichtigt.

Die Ziele der Einrichtung sind die psychische Stabilisierung sowie die Wiedererlangung größtmöglicher Selbstständigkeit. Während des Lockdowns im Frühjahr war die Tagesstätte einige Wochen geschlossen. Mittlerweile ist der Betrieb am Hof wieder in vollem Gange. „Es wird genau darauf geachtet genügend Abstand einzuhalten. Die Jugendlichen, die vom Bus am Abend nach Hause gebracht werden, müssen auch dort den Mund-Nasen-Schutz tragen“, führt Hammerschmid aus. Trotz Corona ist in den Wohngemeinschaften alles gleich geblieben, nur einige WG-Bewohner waren kurzzeitig für ein paar Wochen bei ihren Familien zuhause. Am Antlashof gibt es das ganze Jahr Arbeit. Die anfallenden Tätigkeiten sind saisonabhängig.

„Von der Heuernte bis hin zum Pferdestall“, berichtet Hammerschmid. Aktuell haben die Betreuten mit der Obst und Gemüse Ernte alle Hände voll zu tun. Das geerntete Obst und Gemüse wird anschließend für den Verkauf im Genussladen in Hofstetten-Grünau vorbereitet. Dort können neben dem frischen Obst und Gemüse auch diverse selbst gemachte Produkte und Bastelarbeiten erworben werden. Momentan wird auch fleißig im Dörrhaus gearbeitet. Dort werden vor allem Zwetschen und Birnen gedörrt.

„Das ist eine Einrichtung, die die Gesellschaft braucht. Sie kümmert sich um psychisch kranke Menschen. Bürgermeister Arthur Rasch

„Das ist eine Einrichtung, die die Gesellschaft braucht. Sie kümmert sich um psychische kranke Menschen und bietet diesen eine Perspektive im Leben“,meint Bürgermeister Arthur Rasch.„Am Anfang gab es“ , er erinnert sich„teilweise Widerstand einiger Bürger gegen diese Einrichtung“. Jetzt sei der Antlashof mit seinen Bewohnern im Ort anerkannt. „Sie unterstützen uns teilweise bei unserer Gemeindearbeit, nehmen Grünraumpflege oder Arbeiten am Friedhof vor. Außerdem liefern sie ihre Produkte aus.“ Zudem wurden mit dem Antlashof neue Arbeitsplätze geschaffen.