Umweltministerin nahm S34-Trasse "unter die Lupe". Umweltministerin Leonore Gewessler war vor Ort und hörte sich die Sorgen der Projekt-Gegner an.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:16)
Umweltministerin Leonore Gewessler sah sich das Areal für die geplante S34-Trasse an. Gegner der Schnellstraße sprachen ihre Bedenken aus. Darunter waren auch einige Ober-Grafendorfer wie Bürgermeister Rainer Handlfinger und Vize Andrea Kotmiller.
Wolfgang Mayer, Wolfgang Mayer

Groß war das Aufatmen bei den Gegnern der S 34, als Umweltministerin Leonore Gewessler die Evaluierung aller Asfinag-Projekte ankündigte. Als die St. Georgener Bäuerin Anna Götzinger dann auch noch die Zusage für einen Besuch der Ministerin erhielt, war die Freude riesig. Am Wochenende war es dann so weit. Gewessler kam, angereist mit Zug und Taxi. Landwirt und Ex-Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Hieger fuhr mit ihr die geplante Trasse ab und berichtete von den Sorgen der Landwirte. Am Jochrisihof in Nadelbach bereiteten ihr die S 34-Gegner mit rund 300 Teilnehmern einen großen Empfang.

„Gerechnet habe ich mit ein paar Menschen, mit denen ich auf der Trasse spazieren gehe. Jetzt sehe ich hier deutlich mehr als ein paar Menschen, denen das Projekt am Herzen liegt“, zeigt sich Gewessler überwältigt. Sie betonte besonders, dass es für den Klimaschutz Menschen brauche, die sich engagieren. „Die Infrastruktur, die wir heute bauen, bestimmt unsere Mobilität für die nächsten Jahrzehnte“, ist die Umweltministerin überzeugt. In den nächsten Monaten werden die Bauprojekte der Asfinag, so auch die S 34, genau unter die Lupe genommen. Die Ministerin erwartet die Ergebnisse bis Herbst. „Daraus werden wir die nächsten Schritte ableiten“, sagt Gewessler.

Bestens auf den Besuch der Ministerin vorbereitet, überreichten die Initiativen gegen den Bau der S 34 Unterschriftenlisten und Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger händigte den einstimmigen Gemeinderatsbeschluss (SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grüne) gegen das Projekt aus und der St. Pöltner ÖVP-Gemeinderat Josef Brader verschenkte ein Ahorn-Bäumchen, das er für die Umweltministerin auf der geplanten Trasse pflanzen will. „Es ist unser Ziel, diese Straße zu verhindern. Wir stehen voll hinter Ihnen, wo auch immer Sie uns brauchen, wir sind hinter Ihnen“, betont Brader.