Schweinepest fordert Weidmänner im Bezirk St. Pölten

Erstellt am 29. Juni 2022 | 05:02
Lesezeit: 2 Min
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Zum Bezirksjägertag fanden sich Bezirksbauernkammerobmann Anton Kaiblinger, Hegeringleiter Reinhard Grießler, Bezirksjägermeister Johannes Schiesser, Landtagsabgeordnete Doris Schmidl, Landesjägermeister-Stellvertreter Franz Hochholzer, Fahnenpatin Ingrid Schmidl, St. Margarethens Bürgermeisterin Brigitte Thallauer, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Pehofer, Bezirksjägermeister-Stellvertreter Sepp Geissberger, Pfarrer Josef Piwowarski und Jagdleiter Alois Schmidl (v. l.) ein.
Foto: privat
Sorgen bereiten Schwarzwild und Rabenvögel. Schutz- und jagdliche Bewirtschaftungskonzepte durch Wildtiermonitoring.
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Das Schwarzwild, also Wildschweine, steht ganz oben auf der Abschussliste der heimischen Jäger. Der Grund: die noch immer präsente Gefahr der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest. Diese ist zwar nicht für den Menschen gefährlich, infizierte Wildschweine können aber das Virus auf Hausschweine übertragen. In Österreich ist sie noch nicht aufgetreten, aber in Nachbarländern wie der Slowakei, Ungarn oder Deutschland.

Das war ein Thema am Bezirksjägertag in St. Margarethen. Bezirksjägermeister Johannes Schiesser berichtete über die Steigerung der Schwarzwildabschüsse von 1.820 Stück im Jahr 2020 auf 2.377 Stück 2021. „Hier hat die Jägerschaft die Verantwortung für die Reduktion des Schwarzwildbestandes im Hinblick auf die afrikanische Schweinepest voll wahrgenommen“, betonte er. Landesweit wurden in Niederösterreich 2021 31.804 Stück Schwarzwild erlegt. „Das ist so viel wie noch nie, eine Steigerung um 45 Prozent zu 2020“, stellt Schiesser fest.

Ebenfalls eine Steigerung gab es im Bezirk beim Rotwildabschuss auf 149 Stück. „Der Rehbestand kann als konstant bezeichnet werden, wobei die Jägerschaft in Zusammenarbeit mit den Straßenverwaltungen mit Wildwarnreflektoren den Wildunfällen entgegenwirkt“, weiß Schiesser.

Beim Niederwild wie Feldhase, Fasan und Wildente ist indes ein leichter Rückgang festzustellen. „Dieser ist jedoch zum großen Teil der Absatzproblematik während der Pandemie durch den Lockdown geschuldet“, erläutert der Weidmann.

Weiteres Thema: das Wildtiermonitoring. Dabei erheben Jäger den Bestand der Wildarten in den Revieren. Ein großes Problem stellen Beutegreifer, insbesondere Rabenvögel, dar. „Diese gefährden nicht nur Bodenbrüter, sondern richten in der Landwirtschaft, wie durch das Aufpicken der Silageballen, große Schäden an“, stellt er fest.

Auch bei Raufußhühnern werden Bestandserhebungen durchgeführt. „Die Ergebnisse des Wildtiermonitorings ermöglichen sowohl revierspezifische als auch großräumige Lebensraumverbesserungen, Schutzkonzepte sowie jagdliche Bewirtschaftungskonzepte. Auch seitens der Wissenschaft wird das Wildtiermonitoring als wichtiger Beitrag zum Arten- und Naturschutz anerkannt“, resümiert der Jäger.

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