Super-Pflanze Dirndl: Pielachtal profitiert von Studie. Die Universität für Bodenkultur widmete ihre Forschung der Kornelkirsche in der Region. Durch Zuchtauslese soll die Dirndl noch ertragreicher und erlesener werden.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. September 2021 (05:35)
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Pflanzenbiotechnologin Margit Laimer und Angelika Steger vom Landwirtschaftsministerium (von links) weisen im neuen Dirndlschaugarten beim Mostheurigen Gatterer auf die Vielfalt der Dirndl hin.
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Ob Saft, Schnaps oder Marmelade: Die Bedeutung der Dirndl, auch Kornelkirsche genannt, steigt. In der Region wird sie seit Jahrhunderten zu Säften, Schnaps und Marmelade verarbeitet und gilt als Markenfrucht des Tals.

BOKU und Ministerium initiierten Forschungsprojekt

Die Dirndl mundet nicht nur, sie gilt als Vitamin-Bombe. Der Dirndl wird eine antimikrobielle Wirkung zur Behandlung von Entzündungen, die Stimulierung der Blutzirkulation, die Verbesserung der Leberfunktion oder auch die positive Wirkung bei der Behandlung von Diabetes nachgesagt.

Um die Kornelkirsche bekannter zu machen, initiierte das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ein dreijähriges Forschungsprojekt.

„Dirndl-Schaugarten“ bei Familie Gatterer

Zu den Ergebnissen gehört der neue „Dirndl-Schaugarten“ bei der Familie Gatterer in Ober-Grafendorf, der am Freitag zum Auftakt der Dirndltaler Erlebniswochen eröffnet wurde. „Die Dirndlfrucht ist ein richtiges Super-Food“, so Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

„Die Kornelkirsche ist eine Nischenpflanze, aber mit hohem anwenderischen Vorteil“, betonte dazu Margit Laimer von der BOKU. Die Pflanzenbiotechnologin analysierte in ihrer Forschungsarbeit an der Universität für Bodenkultur die genetische Vielfalt von 425 Kornelkirschen-Pflanzen im Pielach-, Gölsen- und Triestingtal und wertete die gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe aus.

In der „Plant Biotechnology Unit“ der BOKU erforschten Laimer und ihr Team in vitro mögliche Krankheitserreger und züchteten neue, ertragssichere Formen an Dirndln. Da die Kornelkirsche eine langlebige Spezies mit einem Generationszyklus von mehr als zehn Jahren ist, sind züchterische Bemühungen sehr zeitaufwendig.

„Deshalb ist die richtige Auswahl der Elternpflanzen von entscheidender Bedeutung. Hauptziel des Projekts war es, die verfügbare genetische Vielfalt der Kornelkirschen zu bewerten und Zuchtstrategien für Fragen zu deren gesundheitlichen Aspekten zu entwickeln“, erläuterte Laimer.

Entwicklung neuer Produkte angestrebt

Als landschaftsprägende Pflanze hat die Dirndl eine wichtige Bedeutung für die gesamte Region. Daher profitiert das Tal aus der Studie: „Die Entwicklung innovativer Produkte und Spezialitäten aus dieser Nischenpflanze wird erleichtert; dadurch werden neue Absatzmöglichkeiten für bäuerliche Betriebe und Förderungen des Tourismus in Kleinregionen geschaffen“, meint auch Angelika Steger vom Landwirtschaftsministerium.

Das Projekt wurde daher nicht nur vom Landwirtschaftsministerium, sondern auch vom Land finanziert.

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