Pielachtaler Stimmen zum Lockdown: „K.o.-Schlag für die Wirtschaft“

Unternehmer halten Lockdown zur Pandemiebekämpfung notwendig, die ökonomischen Folgen sind aber fatal.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:32
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Wirtschaftsbund-Teilbezirksobmann Herbert Gödel hat sein Geschäft beschildert, da es vorübergehend wegen der Pandemie schließen muss. Bestellungen sind aber telefonisch möglich und Ware wird zugestellt.
Foto: Hackner

Handel, Gastronomie und Hotellerie müssen geschlossen bleiben. So sehen es die Lockdown-Vorgaben der Regierung vor. „Vielleicht etwas spät, aber auf jeden Fall eine sinnvolle Entscheidung, um die Pandemie in den Griff zu bekommen“, findet Johann Weiß vom Steinschalterhof in Warth und Betreiber des Steinschaler Dörfls in Frankenfels. „Es gab schon 14 Tage vor dem Lockdown eine Reihe an Absagen. Man hatte keine Planungssicherheit“, erzählt er.

Aufgrund des rapiden Anstiegs der Neuinfektionen hat der Kirchberger Wirtschaftsbundobmann und Teilbezirksobmann für das Pielachtal, Herbert Gödel, mit einem vierten Lockdown gerechnet. Auch er hält diesen „für einen für das Gesundheitssystem absolut notwendigen Schritt“, zeitgleich aber sieht er ihn als „einen schweren K.o.-Schlag für die Wirtschaft.“

Natürlich trifft uns dieser Lockdown sehr hart, aber in der jetzigen Situation gibt es scheinbar keinen Ausweg, das muss man verstehen“ karl fink Unternehmer

In einem Monat ist Weihnachten. „Die Lager des Handels sind voll; unsere Geschäfte aber zugesperrt“, gibt er zu bedenken. Er setzt deshalb erneut auf staatliche Hilfsmaßnahmen für Unternehmer und hofft auf eine rasche Unterstützung für die lokale Wirtschaft. Gödel betreibt ein EDV-Unternehmen. Er lässt sich nicht unterkriegen.

„Wir haben wegen Weihnachten die Warenlager aufgefüllt, mit Notebooks und vielem mehr. Um trotz geschlossenem Geschäft dem Online-Handel Paroli zu bieten, nehmen wir Bestellungen auch telefonisch entgegen, richten dafür ein Zustellservice ein oder übergeben die Ware kontaktlos vor dem Geschäft“, informiert er.

„Natürlich trifft uns dieser Lockdown sehr hart, aber in der jetzigen Situation gibt es scheinbar keinen Ausweg, das muss man verstehen“, sagt Karl Fink von Schuh-Mode-Sport Fink in Kirchberg, für den es aber unverständlich ist, dass man solange zugewartet hat. Die letzten Lockdowns haben gezeigt, dass viele Menschen im Tal auf die heimische Wirtschaft wertlegen. „Die Kunden nützten unser Zustell- und Abholservice oder erledigten ihre Einkäufe nach dem Lockdown. Wir hoffen auch jetzt wieder darauf!“

Engl: Wird Kunst, alles unter einen Hut zu bringen

Das Beste aus der Situation machen will Martina Putzenlechner von der „Geschenkeecke Martina“. „Wir haben ein sehr breites Sortiment, da ist es mit einer Webseite nicht so einfach, aber wir werden auf Anfrage Fotos der Stücke mit Whats-app verschicken“, sagt Putzenlechner.

Friseurin Anita Engl vom „Engelswerk“ in St. Margarethen wäre bis Weihnachten mit Terminen ausgebucht gewesen. „Ich versuche, so viel wie möglich zu machen und falls es die Situation zulässt, möchte ich vor Weihnachten zusätzliche Termine machen“, erzählt Engl. Sie findet zudem, dass es eine Kunst wird, alles unter einen Hut zu bringen, aber die Friseurin probiert das Beste.

Ursprünglich hätte auch ein Großteil der Geschäfte beim neuen Gesundheitszentrum Ober-Grafendorf öffnen sollen. Besonders hart trifft es das Café-Restaurant „M & M“. Der Betrieb startet trotzdem am 25. November mit Abholservice.

„Wir würden sehr gerne aufsperren und wir sind froh, dass wir trotz Lockdowns kochen dürfen. Es ist für keinen schön, aber wenn es für das allgemeine Wohl ist, müssen wir die Entscheidung akzeptieren“, meint Michael Brückler. Das Postkastl und die Volksbank öffnen wie geplant.

„Uns trifft es wieder genau in der Hauptsaison“, sagt Martin Kerndler, Geschäftsführer des Kletterzentrums in Weinburg. Es gebe bereits viele Absagen fürs Klettern und auch den Seminarbetrieb. „Wir hoffen, dass es bei den 20 Tagen bleibt.“ Bis dahin werde es einige Specials geben.

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