Das Lebenswerk in Kisten. Spuren der Vergangenheit / Initiativantrag von FP-Gemeinderätin Elisabeth Ortner sorgt für hitzige Diskussionen über die Wiedereinführung eines Heimatmuseums.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. Juni 2014 (08:45)
Jahrzehntelang wurden die Exponate von Gottfried Auer betreut und verwaltet. Heute lagern sie ordnungsgemäß verstaut in Kisten. Auer
NOEN
Hitzig diskutiert wurde bei der letzten Gemeinderatssitzung der Initiativantrag von FP-Gemeinderätin Elisabeth Ortner über die Wiedereinführung eines Heimatmuseums.

„Ich verwehre mich der Behauptung, dass die Exponate achtlos in irgendwelchen Kisten gelagert sind.“
Kurt Wittmann, Bürgermeister

Die Historie des Heimatmuseums geht bis in das Jahr 1953 zurück, als es von Johann Weiss gegründet und bis 1974 liebevoll gepflegt wurde. „Ich verstehe nicht, warum das Lebenswerk von Hans Weiß seit Jahrzehnten in Kisten gelagert wird. Damit geht der Gemeinde eine wichtige Attraktion verloren“, berichtet Ortner. Für sie sei es wichtig, dieses Museum im Zuge der Landeausstellung wieder zu reaktivieren.

Die Idee eines Heimatmuseums hält Bürgermeister Kurt Wittmann zwar für eine gute Sache, er gibt aber zu bedenken, dass es niemanden gibt, der sich für die Betreuung eines Heimatmuseums bereit erklären würde. „Das Museum ist seit sieben Jahren geschlossen. Ich verwehre mich der Behauptung, dass die Exponate achtlos in Kisten lagern. Diese sind an einem sicheren Ort ordnungsgemäß gelagert und katalogisiert“, so Wittmann.

Ausstellungsvitrinen im GuK als Alternative?

Dem Wunschdenken von Ortner, dass es für das Museum im Zuge der Landesausstellung eine Förderung geben würde, erteilt Gemeinderat Gottfried Auer eine Absage: „Heimatmuseen werden nicht gefördert. Dies wäre nur der Fall, wenn das ganze Tal ein gemeinsames Heimatmuseum machen würde.“

SP-Gemeinderat Oskar Brunnlechner zeigte sich erfreut über die Diskussion: „Jetzt wissen wir wenigstens , wo die Stücke gelagert sind. Es stellt sich aber die Frage nach einer Räumlichkeit.“ Diese Aussage konterte Auer: „Bevor wir uns Gedanken über die Räumlichkeiten machen, brauchen wir ein Team und Geld.“ Für Brunnlechner keine zufriedenstellende Antwort: „Auf gut Deutsch: Es wird nix mit einem Museum.“

Bevor die Debatte zu emotional wurde, ließ Bürgermeister Kurt Wittmann mit dem Vorschlag von Ausstellungsvitrinen im GuK aufhorchen, die alle drei Monate geändert werden. „Vielleicht schaffen wir es auch, jemanden zu finden, der es machen würde“, so Wittmann.

Suche nach Historiker und Gesamtkonzept

Dieser jemand könnte, geht es nach manchen Mitgliedern des Gemeinderats, der Rabensteiner Edi Gugenberger sein, der bereits mit dem Vorschlag konfrontiert wurde: „Im Grunde klingt das Projekt interessant. Bevor ich Näheres sagen kann, bräuchte ich aber ein detailgenaues Konzept.“

Dieses Konzept ist auch für Gottfried Auer, der das Museum von 1982 bis 2007 mit viel Herzblut betreut hat, der Knackpunkt: „Wir haben zwar Material, aber keine Heimatforschungsgruppe.“ Für ein solches Projekt brauche man auch Leute, die nicht reden, sondern handeln: „Ich weiß aus eigener Erfahrung welche Arbeit und welcher Einsatz hinter einem solchen Projekt steht“, so Auer.