Pielachtal erstrahlt in Goldgelb: Tipps für Wanderer. Frühling lockt zum Naturgenuss. Produzenten sind trotz Covid zuversichtlich. Abhaltung geführter Touren ist noch unsicher.

Von Gila Wohlmann. Update am 12. März 2021 (08:40)
Ob es heuer geführte Dirndl-Wanderungen mit Naturvermittlern im Tal geben wird, ist abhängig von den Corona-Auflagen der Regierung. Geplant wäre Mitte bis Ende März die Durchführung von drei Touren unter dem Motto „Dirndl blian gspian“. Bild links: Melanie Fuxsteiner von der 1. Dirndlmanufaktur möchte heuer wieder mit naturbelassenen Dirndlprodukten punkten.
weinfranz

Sollte es in den kommenden Tagen frühlingshaft bleiben, dann wird sich das Tal mit seinen unzähligen Dirndlstauden in sonnigem Gelb präsentieren. Darauf warten nicht nur Naturliebhaber, sondern auch schon die heimischen Dirndlproduzenten sehnsüchtig. Einer davon ist Gastronom Johann Weiß vom Steinschalerhof in Warth, dessen unermüdliches Anliegen es ist, die Dirndl in all ihren Variationen als Werbeträger im Tal zu manifestieren. In Corona-Zeiten, wo ganze Reisegruppen, die die Dirndlblüte gerne live erlebt hätten, jetzt ihren Besuch abgesagt haben, sei dies, meint er, wichtiger denn je.

Ob es heuer geführte Dirndl-Wanderungen mit Naturvermittlern im Tal geben wird, ist abhängig von den Corona-Auflagen der Regierung. Geplant wäre Mitte bis Ende März die Durchführung von drei Touren unter dem Motto „Dirndl blian gspian“. Bild links: Melanie Fuxsteiner von der 1. Dirndlmanufaktur möchte heuer wieder mit naturbelassenen Dirndlprodukten punkten.
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„Die Blüten gehen pünktlich Ende Februar/Anfang März auf. Sollte der Winter zurückkehren, macht die Blüte automatisch einen Wachstumsstopp“, erklärt Weiß. Die Dirndl trägt, erläutert er, aufgrund ihrer hell- bis goldgelben Blüten auch den Namen „gelber Hartriegel“. Die Blüte sage noch nichts über die Ernte aus, er macht sich aber aufgrund der Klimaanpassungsfähigkeit der Pflanze darum keine Sorgen. Pflege- und Düngungsmaßnahmen seien bei der Wilddirndl fehl am Platz. „Man muss der Pflanze einfach Ruhe geben“, lautet sein Tipp für eine gute Ernte. Die Stauden können viele hundert Jahre alt werden und hätten bislang den Menschen nie gebraucht.

„Man muss der Pflanze einfach Ruhe geben.“ Johann Weiß, Dirndlexperte

Josef Fuxsteiner von der 1. Dirndlmanufaktur in Tradigist meint zur Dirndlblüte: „Von den ersten Knopsen, die man bereits sieht, schaut es nach einem sehr guten Jahr aus.“ Auch bei ihm haben viele Reisegruppen einen Besuch in der Dirndlmanufaktur wegen Corona verschoben. Daher setzt er auf neue Marketingstrategien: „Wie empfangen bis auf Weiteres nur kleinere Gruppen bis zehn Personen. Familien mit Kindern und Enkelkindern kommen gerne zu uns, wir bieten aber auch Führungen für Einzelpersonen an“, informiert er. Im Vorjahr hat sich das Konzept mit Tagescampern gut bewährt. Hier wird mit den Camperorganisationen „Schau aufs Land“ und „Bauernleben“ kooperiert. Die Camper dürfen dann am Areal der Fuxsteiners nächtigen; der Betrieb profitiert dadurch, dass die Gäste dann im hofeigenen Dirndladen einkaufen. „Dieses Angebot wollen wir fortsetzen“, sagt Fuxsteiner. Auch den Onlineshop haben die Fuxsteiners modernisiert und auf neue Produkte wie das Dirndlkracherl gesetzt.

Bei Jung wie Alt beliebt sind die geführten Dirndlblüten-Wanderungen unter dem Motto „Dirndl blian gspian“. Wegen des Lockdowns wurden diese im Vorjahr nicht durchgeführt. „Die Planung, dass wir heuer Mitte bis Ende März 2021 drei Dirndlblüten-Wanderungen mit unseren Pielachtaler Naturvermittlern abhalten, läuft auf Hochtouren“, verrät Tourismusobmann Gerhard Hackner. Aktuell dürfen aufgrund der Pandemie-Bestimmung keine geführten Wanderungen stattfinden. „Daher warten wir ab, wie sich die Situation entwickelt.“

Sollten Mitte März Wanderungen möglich sein, wird kurzfristig entschieden, ob sie durchgeführt werden. Die Touren sollen dann in kleineren Gruppen und natürlich unter Einhaltung aller Covid-Regeln abgehalten werden.