Dirndln aus Kasachstan für Produkte aus dem Pielachtal?. Bauern ärgert Vorwurf über importierte Dirndln aus Kasachstan.

Erstellt am 05. September 2017 (05:51)
NOEN, Johann Weiß
Heuer fällt die Dirndlernte im Pielachtal besonders reich aus.

Dirndl-Likör, -Saft, -Schokolade und auch der Dirndl-Schnaps aus dem Pielachtal sollen gar nicht mit heimischen Früchten produziert werden – das behauptet zumindest eine österreichische Tageszeitung. Manche Betriebe im Tal würden lieber auf Dirndln aus Kasachstan zurückgreifen, so der Vorwurf.

Bei den Haaren herbeigezogen

„Das ist ein Blödsinn, die Idee ist total abstrus“, betont der Obmann des Vereins „Genussregion Pielachtaler Dirndl“ Johann Weiß. Niemand käme auf die Idee, Dirndln aus Kasachstan zu holen. Im Pielachtal gibt es 50.000 Dindlstauden. Verarbeitet werden im Tal derzeit rund 50.000 Kilogramm Dirndlfrucht. „Um diesen Bedarf zu decken braucht es nur zwischen 500 bis 1.000 Dirndlstauden“, so Weiß. Die Genussregion Dirndl gehe aber sogar über das Dirndltal hinaus ins Traisental.

Die Produzenten im Tal verneinen die Anschuldigung ebenfalls. „Das schadet nur unserem Ruf“, ärgert sich Elfriede König, die Obfrau der Dirndl-, Edelbrand-, Dörrobstgemeinschaft. Die meisten im Verein seien kleine Bauern, die das verarbeiten, was sie haben. „Im Pielachtal gibt es sehr viele alte Stauden, es werden gar nicht alle bewirtschaftet. Ich selbst bearbeite von meinen 60 Stauden nur 12“, so König.

"Da steht mein Name drauf, ich muss dem Kunden ja in die Augen schauen können“

„Mir fällt niemand ein, der auf so eine Idee kommen würde“, sagt Gerhard Gatterer vom Hofladen Gatterer, „da steht mein Name drauf, ich muss dem Kunden ja in die Augen schauen können.“ Mehr als hart arbeiten und ein ehrliches Produkt auf den Markt bringen könne man nicht.

Ermittlungen würden laut dem Medienbericht bereits laufen, da es sich bei den Pielachtaler Dirndln um eine geschützte Marke handelt. Somit läge ein Verstoß gegen den Konsumentenschutz vor. „Weder Staatsanwaltschaft noch die zuständigen Behörden ermitteln in dieser Causa“, heißt es derweil aus dem Büro der Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner, das für Konsumentenschutz zuständig ist.

"Hier gerät ein ganzes Tal in Verruf"

Kritischer Journalismus hat durchaus seinen Platz, sagt Gatterer, betont aber: „Wenn wirklich wer dabei ist, müsste man den auch vorführen.“ Allerdings schade der Vorwurf dem Ruf der Bauern und des Tals: „Hier gerät ein ganzes Tal in Verruf, das so etwas nicht verdient hat“, ärgert sich der Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Kurt Wittmann.