Heinrich Putzenlechner im Himmelstreppen-Gespräch. Feuerwehrhaus, Wohnhausanlage und Hochbehälter: Drei Projekte sind in Umsetzung. Ortschef Heinrich Putzenlechner erzählt über die Gemeindeentwicklung.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 05. August 2020 (04:19)
Im Bistro am Bahnhof Laubenbachmühle fand das erste NÖN-Himmelstreppen-Gespräch zwischen Bürgermeister Heinrich Putzenlechner und NÖN-Pielachtal-Redaktionsleiterin Gila Wohlmann statt.
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1.944 Hauptwohnsitzer hat die Gemeinde Frankenfels. Seit Herbst des Vorjahres ist Heinrich Putzenlechner hier Bürgermeister. Im NÖN-Himmelstreppen-Gespräch zieht er eine erste Bilanz.

Die NÖN hat ihre Bürgermeister-Interviews gestartet. Diese laufen heuer in Kooperation mit der Mariazellerbahn unter dem Motto „Himmelstreppen-Gespräche“. Auftakt war in Laubenbachmühle, wo sich bei der Redaktionsleiterin der Pielachtaler NÖN Gila Wohlmann und Bürgermeister Heinrich Putzenlechner Mariazellerbahnleiter Anton Hackner (von links) einstellte.
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NÖN: Landwirt und zugleich Bürgermeister: Wie lassen sich die beiden herausfordernden Aufgaben im Alltag vereinbaren?
Putzenlechner: Eigentlich bin ich gelernter Tischler und habe bis zum überraschenden Rücktritt meines Vorgängers in diesem Beruf gearbeitet. Seither widme ich mich neben meiner Bürgermeister-Tätigkeit nur noch der Landwirtschaft. Wir haben zehn Milchkühe und eine kleine Forstwirtschaft dabei.

Welche Erstbilanz ziehen Sie nach einem Dreivierteljahr in dieser Funktion?
Mein Vorgänger Franz Größbacher hat eine von ihm gut geführte Gemeinde mit vielen vorbereiteten Projekten hinterlassen. Diese kann ich fortführen. Hervorzuheben ist hier sicher das neue Feuerwehrhaus. Der Abriss war nötig. Das Gebäude war zu klein und entsprach nicht mehr den Anforderungen eines modernen Feuerwehrhauses. Baustart für das neue Gebäude war im Jänner aufgrund der milden Witterung. Wir investieren dafür 1,4 Millionen Euro, erhalten aber Sonderbedarfszuweisungen von Bund und Land.

Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?
Auf jeden Fall auf die neue Wohnhausanlage am Markt 48. Zwölf Einheiten bieten Wohnraum für Familien. So treten wir der Abwanderung entgegen. Erfreulich ist, dass mehrere Personen ihren Wohnsitz sogar nach Frankenfels verlagert haben. Im Vorjahr haben wir überdies mit der Baulandaufschließung in der Markenschlagrotte begonnen. Von acht Bauparzellen sind nur noch drei frei. Die Lage dort ist sonnig und ruhig.

Die Modernisierung der Mariazellerbahn mit der Einrichtung des neuen Bahnhofs Laubenbachmühle war eine wichtige Investition für das ganze Tal

Das Pielachtal bleibt vor Unwetterfronten mit zum Teil immensen Schäden nicht verschont. Wie schützt sich Ihre Gemeinde?
Bei uns trat die Problematik auf, dass es bei Starkregen zu Trübungen der Ortswasser-Quelle kam und sich die UV-Anlage unseres Hochbehälters abschaltete. Dadurch ist die derzeit laufende Errichtung eines weiteren Hochbehälters oberhalb der Pfarrsiedlung un abdingbar. Dieser fasst künftig 250 Kubikmeter Wasser. Dadurch können wir länger eine Trinkwasserversorgung im Bedarfsfall garantieren.

Welche Bedeutung hat die Himmelstreppe für Frankenfels?
Die Modernisierung der Mariazellerbahn mit der Einrichtung des neuen Bahnhofs Laubenbachmühle war eine wichtige Investition für das ganze Tal. Seither kommen mehr Tagesgäste, darunter viele Radfahrer, zu uns. Man sollte aber noch mehr die Pendler ansprechen, diese klimafreundliche Alternative zum Auto zu nützen.

Was sagen Sie zu den Corona-Verschärfungen der Bundesregierung?
Diese sind wichtig, um vor einer zweiten Welle zu schützen.