Schwerbacher kämpfen um ihre Mariazellerbahn-Haltestelle

Erstellt am 03. Juli 2022 | 06:06
Lesezeit: 3 Min
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Hier gegenüber der Hardeggsiedlung könnte eine neue Haltestelle an der Mariazellerbahn entstehen. Die NÖ Bahnen sollen nun die Wirtschaftlichkeit einer Haltestelle überprüfen.
Foto: Hackner
Neuer Zugstopp bei der Hardeggsiedlung könnte das Aus für Schwerbach bedeuten.
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Rege Diskussionen beim Tagesordnungspunkt „Haltestellen an der Mariazellerbahn“ bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Betroffene Bürger aus Schwerbach waren vor Ort. Der Grund: Es steht im Raum, die Haltestelle Schwerbach aufzulassen.

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Eine Bürgerrunde aus Schwerbach, darunter Hubert Winter (4. von rechts), nannte ihre Bedenken zur angedachten Auflösung der Bahnhaltestelle in Schwerbach.
Foto: Foto Hackner

Die Niederösterreich Bahnen sind an die Gemeinde Kirchberg herangetreten, dass sie eine Variantenprüfung für die Haltestellen der Mariazellerbahn im Siedlungsgebiet von Kirchberg durchführen würden. Ein Hintergrund dafür ist die geplante Siedlungsentwicklung im Bereich Hardeggsiedlung. Doch das Ergebnis sorgt für Unmut bei den Schwerbachern.

„Unsere Überprüfung ergab, dass eine zusätzliche Haltestelle im Bereich Hardeggsiedlung nur bei Auflassung der Haltestelle Schwerbach im Fahrplan untergebracht werden kann“, informiert eine Sprecherin der NÖ Bahnen. Dieses Ergebnis wurde der Gemeinde übermittelt.

„Die Entscheidung, ob die Haltestelle Schwerbach unverändert erhalten bleibt oder die Haltestelle Hardeggsiedlung neu errichtet wird, liegt nach Abschluss aller Variantenprüfungen bei der Gemeinde“, betont die NÖ-Bahnen-Referentin. Und: „Weniger als zehn Personen steigen täglich in Schwerbach ein.“

„Die Haltestelle gehört einfach attraktiver gemacht.“ Hubert Winter Sprecher der Schwerbacher

Bürgermeister Franz Singer berichtete: „Die NÖ Bahnen erstellen Zukunftsperspektiven zur Frequenzsteigerung bei den Fahrgastzahlen auf der Mariazellerbahn. Eine Vision wäre, dass bis 2025 eine neue Haltestelle im Bereich Hardeggsiedlung errichtet wird.“ Gründe dafür sind: Das bestehende Siedlungsgebiet ist sehr groß, Baulandreserven sind vorhanden und in etwa drei Jahren soll auf der Bahn zwischen St. Pölten und Kirchberg ein Halbstundentakt eingeführt werden.

Zusätzlich würden sich Synergien bei den künftigen Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz und einer Haltestelle ergeben. Singer: „Die NÖVOG führt jedoch nur eine Planung und Wirtschaftlichkeitsberechnung auf ihre Kosten durch, wenn die Gemeinde die Zustimmung dazu erteilt.“

Die Schwerbacher setzen sich für den Erhalt der Haltestelle ein. In einer Sitzungspause kam deren Sprecher Hubert Winter zu Wort: „Die Haltestelle gehört einfach attraktiver gemacht. Wir würden sogar Grund zur Verfügung stellen, dass ein ordentlicher und barrierefreier Bahnsteig errichtet werden kann.“

Der Gemeinderat fasste schließlich den einstimmigen Beschluss: Die Gemeinde Kirchberg erteilt den NÖ Bahnen die Zustimmung zur Planung und Frequenzberechnung für eine neue Haltestelle in der Hardeggsiedlung. „Gleichzeitig wird aber zum Ausdruck gebracht, dass die Haltestelle Schwerbach erhalten bleiben soll“, betont Singer.

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