Für den guten Zweck genäht. Bunte Stoffe stapelten sich übereinander, Knöpfe wurden montiert, die Bügeleisen dampften und die Nähmaschinen ratterten: Die Weinburger Kerschanhalle verwandelte sich am vergangenen Wochenende kurzfristig in eine Nähwerkstatt – 12 Stunden lang.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 11. Dezember 2019 (17:41)

„Es gibt viele, die tatsächlich von neun bis 21 Uhr mit dabei waren“, erzählt Petra Hell. Sie ist es, die in Weinburg die Idee entwickelt hat, Kleidung für Frühgeborene und für Sternenkinder, – Kinder, die kurz vor oder nach der Geburt sterben, zu nähen. „Kleidung in deren Größe gibt es nicht wirklich zu kaufen, und schon gar nicht in großen Mengen“, sagt Projektinitiatorin Petra Hell. Sie kenne viele betroffene Eltern und so habe sie das Projekt schon im letzten Jahr erstmals organisiert.

Mehr als sechzig Helferinnen und Helfer fanden sich auch diesmal ein – viele von ihnen blieben gar die gesamten zwölf Stunden lang, Männer wie Frauen, bunt gemischt. Das Ergebnis: 110 Bodys für Frühchen und über 100 Sets für Sternenkinder. „Jeder, der an diesem Tag einen Schritt in die Halle gemacht hat und das Treiben und die Stimmung wahrgenommen hat, war sichtlich persönlich berührt“, sagt Petra Hell.

Die Frühchenkleidung wird dem Universitätsklinikum St. Pölten überreicht. Den Vereinen Sternenkind und Pusteblume wird die Sternenkindbekleidung übergeben.

Ludovico Tacoli spendete einen Christbaum zur Verlosung unter den Teilnehmenden und Jürgen Gschwendtner sorgte mit seiner Familie für die Bewirtung der Helfer.

„Danke auch an die Gemeinde, die uns die Halle zur Verfügung gestellt hat“, so Petra Hell. Schon jetzt steht fest, was die Weinburgerinnen und Weinburger in der kommenden Vorweihnachtszeit tun werden: Am zweiten Adventsamstag wird genäht.