Weinburger Mandatare flohen ins Freie. Auf hitzige Debatten folgte plötzlich ein Brand im Amtshaus. Ortschef erlitt einen „Herzinfarkt“.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 05. Oktober 2019 (04:19)
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Heiße Wortgefechte bei der Sitzung lieferten sich SP-Bürgermeister Peter Kalteis (stehend) und VP-Gemeinderat Siegfried Zöchling.

Es war eine „hitzige“ Gemeinderatssitzung im wahrsten Sinne des Wortes.

Geschäftsführender VP-Gemeinderat Franz Fuchs wollte das letzte Sitzungsprotokoll nicht genehmigen, da es nicht „zeitgerecht“ eingelangt und nicht „gesetzeskonform“ sei. Rasch stellte sich aber heraus, dass alles rechtens sei. SP-Bürgermeister Peter Kalteis bat daraufhin nur noch „um fundierte Einwände“ und gab einen Seitenhieb auf die nahenden Gemeinderatswahlen: „Machen wir hier eine Gemeinderatssitzung oder fangen wir jetzt schon zum Stänkern an?“ Gegenseitige Wortgefechte zwischen VP und SP, wer nun peinlich sei und wer wen beleidigt habe, folgten.

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Eine Herzattacke spielte Ortschef Peter Kalteis (liegend) bei der Übung vor. Er wurde von den Sanitätern Andreas Wirz und Thomas Elmer erstversorgt und dann auf der Trage über das Fenster mit dem Feuerwehrkran geborgen.

Auf der Tagesordnung stand auch die Löschung der STKZ Errichtungsgmbh des sportwissenschaftlichen und therapeutischen Kletterzentrums Weinburg mit Gründung der „Betriebsgmbh“. Kalteis wollte damit seine Funktion als bisheriger Geschäftsführer niederlegen und einen neuen Geschäftsführer einsetzen. Das sorgte abermals für heftige Kritik bei der VP. Kalteis könne nicht einen Job vergeben, ohne dass die Mandatare je Bewerbungsunterlagen gesehen oder den Bewerber kennengelernt hätten. Genau an diesem Punkt strömte plötzlich beißender Rauch in den Sitzungssaal. Bürgermeister Kalteis brach zusammen — Verdacht auf Herzinfarkt. Feuerwehr und Rettung „umzingelten“ das Amtshaus, um die im oberen Stockwerk eingeschlossenen Mandatare zu befreien. Ein Brandherd wurde in der Garage, ein weiterer in einem Küchenbereich lokalisiert. Zwei Schwangere mussten überdies aus Wohnungen im Obergeschoss des Gebäudes geborgen werden. Bald durften alle aufatmen: Es handelte sich nur um eine Übung. Erst im Anschluss konnte die Sitzung fortgesetzt werden. Kalteis meinte schmunzelnd über seinen gespielten Herzinfarkt zu den Kollegen der Opposition: „Das ist passiert, weil ihr mich so ärgert.“