Schwarzenbachs Ortschef: „Wir haben viel bewegt“

Schwarzenbachs Bürgermeister Andreas Ganaus spricht über seinen erste Amtszeit, den Tourismus in Schwarzenbach und die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Nadja Straubinger
Nadja Straubinger Erstellt am 23. September 2021 | 04:44
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Seit eineinhalb Jahren ist Andreas Ganaus Bürgermeister von Schwarzenbach. Im Gespräch mit der NÖN zieht er eine erste Bilanz.
Foto: Straubinger

Bürgermeister Andreas Ganaus stellt sich den Fragen der NÖN beim Sommergespräch. Er zieht Bilanz über seine ersten eineinhalb Jahre in der Funktion, spricht über die Herausforderungen der Corona- Krise und über Aktivitäten von Schwarzenbach für den Klimaschutz.

NÖN: Eineinhalb Jahre sind seit der Wahl vergangen. Welche Bilanz ziehen Sie?

Andreas Ganaus: Es hat gut begonnen und wir durften auch gleich mit neuen Projekten starten, aber leider wurden wir durch die Pandemie vor neue Probleme gestellt. Das Kontakthalten mit der Bevölkerung war schwierig und alle Bürger und Bürgerinnen mussten mit Einschränkungen leben. Trotzdem können wir uns nicht beschweren und haben viel bewegt, in Bezug auf Wanderwege, Tourismus, Naherholung und Güterwege sowie viele kleine Sachen.

Sie sind Unternehmer, Bürgermeister und Abschnittsfeuerwehrkommmandant. Wie bringen Sie das unter einen Hut?

Die Familie macht das. Die Entscheidung für das Amt habe ich mit meiner Familie getroffen. Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt, sonst wäre das nicht möglich. Es steckt aber natürlich viel Organisation dahinter. Zwei Tage bin ich fix auf der Gemeinde. Das ist aber immer in Absprache mit der Amtsleiterin.

Ich würde mir wünschen, dass sich die Jugend mehr einbringt. Die Bürger im Alter von 18 bis 25 Jahren fehlen ein bisschen.

Was fehlt in Schwarzenbach?

Das Gastroangebot in der Gemeinde könnte erweitert werden; wir haben aber eine gesunde Infrastruktur für Einheimische und Gäste. Ich würde mir wünschen, dass sich die Jugend mehr einbringt. Die Bürger im Alter von 18 bis 25 Jahren fehlen ein bisschen.

Wie hat Corona die Gemeinde verändert?

Der Kontakt ist weniger und schwieriger geworden. Es durfte keine Veranstaltungen mehr geben. Zusammensetzen und miteinander reden war nicht mehr möglich. Natürlich hat die Gemeinde durch die Krise auch finanzielle Einbußen und wir müssen einige Projekte hintanstellen.

Wie ist die Gemeinde als Arbeitgeber mit der Situation umgegangen?

Wir hatten Schichtdienst. Es war immer nur eine Sekretärin da und wir hatten untereinander nur mit den gleichen Personen Kontakt. Wir haben viel telefonisch und im Homeoffice erledigt. Auch in der Kinderbetreuung haben wir massiv aufgepasst, damit kein Cluster entsteht. Ich denke, wir haben da vieles richtig gemacht.

Vor allem die Jugend hat gelitten und natürlich auch die Älteren, die nicht mehr zusammenkommen konnten. Jetzt gibt es mehr Hunde in Schwarzenbach.

Wie ging es der Bevölkerung in der Zeit?

Es hat schon wehgetan. Vor allem die Jugend hat gelitten und natürlich auch die Älteren, die nicht mehr zusammenkommen konnten. Jetzt gibt es mehr Hunde in Schwarzenbach.

Wie ist die Wirtschaft mit der Situation umgegangen?

Die Gastronomie und die Dienstleister hat es natürlich schwer getroffen und auch den Nahversorger, weil weniger Touristen unterwegs waren. Die anderen haben es nicht wirklich gespürt.

Was sind die wichtigsten Projekte der aktuellen Periode?

Wir haben erst das Tut-gut-Projekt mit zwei neuen Wanderwegen abgeschlossen. Auch der Neubau der Güttl-Brücke, wo der Pilgerweg nach Mariazell führt, war ein wichtiges Projekt. Bei den Siedlungsstraßen und der Straßenbeleuchtung müssen wir erst schauen wegen der Kosten. Güterwege sind bei uns immer ein Thema.

Die Hangwasserstudie ist schon einige Zeit her. Was ist darausgeworden?

Wir sind in Schwarzenbach in der glücklichen Situation, mit allen Flüssen am Ursprung zu liegen; daher haben wir nicht die großen Wassermassen. Die Seitenbäche sind relativ kurz und bringen nicht viel Wasser. Wir wollen zusätzlich ein paar Messstationen aufstellen und Begehungen der Bäche wegen Verklausungen machen. Wir sind bis auf ein paar Kleinigkeiten gut davongekommen.

Bei der Hauptplatz-Gestaltung ist Licht am Ende des Tunnels.“

Thema öffentlicher Verkehr und Radweg. Wie ist Schwarzenbach aufgestellt?

Schlecht. Wir haben mit dem Rad keine Verbindung. Das geht auf unseren Gemeindestraßen nicht. Und wir sind sechs Kilometer vom Bahnhof entfernt. Wir haben aber unseren Taxidienst von der Firma Humpelstetter und den der Gemeinde mit Freiwilligen gegen Voranmeldung. Das wird mittelmäßig bis gut angenommen.

Die Hauptplatz-Gestaltung ist schon lange Thema. Wie ist der aktuelle Stand?

Es ist Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht wird es damit nächstes Jahr etwas.

„Die Tut-gut-Wanderwege sind eine tolle Geschichte. Da danke ich wirklich allen Bürgern, die Hand angelegt haben, dass die Wege jetzt so toll ausgestattet sind.“

Schwarzenbach hat ein Tourismuskonzept ausgearbeitet. Wie weit ist die Umsetzung?

Bis auf ein paar Kleinigkeiten sind wir damit fertig. Die Tut-gut-Wanderwege sind eine tolle Geschichte. Da danke ich wirklich allen Bürgern, die Hand angelegt haben, dass die Wege jetzt so toll ausgestattet sind. Wir haben die Wanderwege beschildert und eine neue Wanderkarte aufgelegt. Damit sind wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Auch die Rastbänke haben wir saniert. Damit haben wir keine größeren Ausgaben mehr. Wir legen in Schwarzenbach Wert auf sanften Tourismus. Das kommt gut an. Ich danke allen, die dazu beitragen, vor allem den Beherbergungsbetrieben.

Was tut Schwarzenbach für den Klimaschutz?

Mit der Mariazellerbahn und dem Taxidienst gibt es die Möglichkeit, klimafreundlich von St. Pölten nach Schwarzenbach zu kommen. Leider nicht klimaneutral, aber die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs für diese Zwecke ist eine Herausforderung. Bei uns gibt es mit E-Fahrzeugen immer das Thema mit der Reichweite. Wir hätten schon eine E-Tankstelle in der Gemeinde geplant gehabt, die ist aber wegen Corona verschoben worden. Wir haben aber Lademöglichkeiten für Fahrräder. Für Photovoltaik-Anlagen sind wir von der Topografie her schlecht aufgestellt. Außerdem stellen wird die Beleuchtung auf LED um.