Interesse am Garteln wächst im Pielachtal. Pielachtaler schätzen ihre Gärten und setzen immer mehr auf naturnahe Bepflanzung ihrer Refugien.

Von Anna Maria Backnecht, Bernhard Burmetler, Gerhard Hackner und Nadja Straubinger. Erstellt am 31. März 2021 (04:09)
Die Dirndlhoheiten Veronika Harm und Sandra Schweiger genießen die Zeit im Garten.
Burmetler

Schon im ersten Lockdown vor einem Jahr lernten auch die Pielachtaler ihr eigenes Stückchen Natur noch mehr zu schätzen als vorher. Der Ansturm auf die Gartenmärkte war groß. Diese Begeisterung für den Garten ist auch heuer ungebrochen.

„Wachsender Trend sind Selbstversorgergärten. Hierbei spielt Corona seit 2020 eine große Rolle. Denn jeder möchte seine eigenen Sachen ernten“, weiß Günter Kirner von der gleichnamigen Gartengestaltung und Baumschule. Schon jetzt können mehrjährige Pflanzen wie Hecken, Bäume oder Beerensträucher gesetzt werden. Auch Salatpflanzen können schon jetzt ins Frühbeet. Der Gartengestalter rät jedoch: „Bei Tomaten- und Gurkengewächsen sollte man auf jeden Fall die Eisheiligen abwarten, denn diese sind besonders gegen die Kälte empfindlich. Anfang Mai wäre der günstige Pflanzzeitpunkt.“ Ist das aktuelle Wetter noch so verlockend, rät Kirner dennoch zur Geduld, denn auch Schneefälle seien noch möglich. „Hochbeete kann aber bereits auf Vordermann bringen.“

Garten- und Landschaftsbauer Christoph Klaus freut sich, dass die Kunden während der Corona-Pandemie großen Wert auf die Planung und Gestaltung schöner Gärten und Grünräume legen.
Hackner

Einen Trend zu komplizierteren Pflanzen stellt Silvia Müller von Gartenbau Moser-Müller in Rabenstein fest: „Früher haben die Leute eher zu pflegeleichten Pflanzen gegriffen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Seit der Pandemie trauen sich die Kunden mehr. Sie bevorzugen eher Grüngewächse, die man regelmäßig ausschneiden muss“, erzählt die Floristin. Auch die Motivation zum „Garteln“ sei im letzten Jahr stark angestiegen.

„Unsere Kunden wollen sich ihr Zuhause verschönern und investieren in Pflanzen, die ihnen gleichzeitig Beschäftigung und Zeit im Garten schenken“, so Müller. Jetzt im Frühjahr sei es besonders wichtig, die Gemüsesetzlinge erst nach den Eisheiligen, Mitte Mai, einzupflanzen. „Einige Kunden setzen die Pflänzchen zu früh in den Garten. Die Jungpflanzen überstehen meist die starken Temperaturschwankungen nicht und sterben“, berichtet die Chefin der Gärtnerei.

„Unsere Kunden wollen sich ihr Zuhause verschönern und investieren in Pflanzen, die ihnen gleichzeitig Beschäftigung und Zeit im Garten schenken“

Den Einfluss von Corona auf die Kunden merkt auch Garten- und Landschaftsbauer Christoph Klaus: „Viel Wert wird auf Gartenplanung und Beratung gelegt. Es gibt eine große Nachfrage zur Gestaltung von Grünräumen. Dabei sind Sitzplätze, das Anlegen von Grillplätzen sowie von Mini-Pools und kleineren Schwimmbecken sehr gefragt.“ Das Interesse am eigenen Garten sei stark gestiegen. Die großen Themen sind jetzt Vertikutieren, Rasen düngen und Strauchpflege.

Bei der Neupflanzung rät Klaus, auch aufgrund des Klimawandels, die heimischen und trockenresistenten Sträucher und Bäume zu bevorzugen. Klaus ist mit den Aufträgen für die Gartengestaltung zufrieden, seine Blumenwerkstatt macht ihm aber Sorgen: „Wegen der Lockdowns hatten wir viel weniger Öffnungszeiten. Mit dem Lieferservice kann man das allein nicht wettmachen. Ein großes Dankeschön gilt unseren Stammkunden und Kunden, die uns trotz aller Probleme wegen der Pandemie die Treue halten.“

„Sehnsucht nach Natur färbt auf Gärten ab“

In den Steinschaler Naturgärten wird schon fleißig gearbeitet. „Corona hat schon Auswirkungen. Bleibt zu hoffen, dass das nicht nur ein Strohfeuer ist. Die Sehnsucht nach der Natur färbt schon auf die Gärten ab“, weiß Johann Weiß. Er setzt in den Naturgärten auf Mulchen. Ziel sei eine hohe Biodiversität, jede Menge Nützlinge und Humusaufbau. „Kritiker sagen, dass es nicht schön aussieht. Ich kann dazu nur sagen: Der Garten hat eine Struktur, aber keine geometrische.“

Familie Weiß achtet darauf, viele verschiedene Biotope in ihren Gärten zu schaffen. „Die Natur kennt keine offenen Flächen“, betont Weiß. Das Aufbringen von biogenen, sauberen Stoffen als Mulch sorgt für Nährstoffe und verhindert außerdem, dass der Boden bei Starkregen zu sehr verschlämmt.

Dirndlhoheiten bauen Gemüse an

Auch bei den Dirndlhoheiten liegt Gartenarbeit voll im Trend. Dirndlkönigin Sandra Schweiger freut sich auf die neue Gartensaison. „Es ist ein tolles Gefühl, Gemüse aus dem eigenen Garten zu holen“, meint sie. Zwei Hochbeete hat Schweiger im Garten, wo alles für den Hausgebrauch angebaut wird. Die Palette reicht von Kräutern, über Paradeiser bis hin zu Pfefferoni. Ebenso befinden sich im Garten der Dirndlkönigin Dirndln, verschiedene Sorten von Beeren und Obstbäume.

„Unkraut und Schnecken entfernen gehört zu den Dingen, die in unserem Gemüsegarten erledigt werden müssen“, erzählt Sandra Schweiger. Auch Dirndlprinzessin Veronika Harm schildert über die Gartenarbeit: „Bei uns macht meine Oma sehr viel im Garten und hegt und pflegt Beeren und heimische Früchte.“ Veronika Harm genießt die Zeit im Garten und hilft gerne mit.

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