Pielachtal: Wirt sein, bleibt ein „Tschoch“. Pielachtaler Wirte kämpfen weiter um Gäste und besten Kundenservice, bei laufend neuen Corona-Auflagen.

Von Gila Wohlmann und Gerhard Hackner. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:00)
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Die Gäste, wie Erich Ruf sind froh, wenn sie von Gastwirt Franz Mahrer (von rechts) wieder ohne Maske bedient werden dürfen und ein wenig Normalität in die Gastronomie zurückkehrt.
Hackner, Hackner

Verschärfungen. Erleichterungen. Verschärfungen oder jetzt doch wieder Erleichterungen? So unstet ist das Wirtedasein seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Auch im zweiten Corona-Jahr wird es den Lokalbetreibern nicht leicht gemacht. Jetzt heißt es wieder zittern, denn die Delta-Variante der Corona-Infektion breitet sich aus. Erneute Restriktionen seitens der Regierung sind zu erwarten. Und diese werden die Gastronomie mit voller Härte treffen. Die Suche nach Personal wird dadurch nicht einfacher.

„Das ist alles einfach nur noch lästig“, stellt Johann Weiß vom Steinschalerhof in Warth und Betreiber des Steinschalerdörfls in Frankenfels, fest. Der Gesundheitsaspekt, betont er, sei natürlich wichtig, und wenn Verschärfungen notwendig seien, müsse man damit eben leben. „Wichtig wäre es, dass wir mit der Durchimpfung der Bevölkerung vorankommen“, meint er. Bei seinen Gästen merkt er eine gewisse Verunsicherung. Die Reisegruppen werden kleiner. „Bei der täglichen Essensfrequenz sind wir aber fast beim Normalzustand“, freut er sich. Personalmangel gebe es immer in der Gastronomie, nicht nur in Corona-Zeiten. „Man muss einfach das Berufsbild aufwerten“, findet Weiß.

„Die Gäste, die kurz auf ein Bier oder einen Cocktail kommen, fallen fast zur Gänze weg.“ Roman Klauser, Kirchberghallen-Wirt

Ein Großteil der Stammkunden von Renate Heiß, Chefin des Kulturcafés in St. Margarethen, ist bereits geimpft. „Die 3-G-Regel wird gut angenommen“, ist sie erleichtert. Im Moment kämen zu ihr sogar mehr Leute, weil es eben kaum Feste oder Veranstaltungen gibt und viele nicht auf Urlaub fahren. Sie punktet mit Live-Musik und Spanferkelessen. Weit schwieriger gestaltet sich für sie die Personalsuche. „Ich brauche eine Servicekraft. Viele sind aber nicht bereit, auch am Wochenende zu arbeiten“, weiß sie.

„Mit Mitarbeitern im Moment gut aufgestellt“, ist der Voralpenhof in Frankenfels, wie Betreiberin Petra Hofecker erzählt. Die 3-G-Regel wird von ihren Gästen, egal ob Stammgast, Ausflügler oder Biker, gut angenommen. Mit einem großen Zustrom an Besuchern wegen ausgefallener Feuerwehrfeste im Tal rechnet sie nicht.

Im Gasthaus Mahrer in Kirchberg ist es laut Wirt Franz Mahrer „noch nicht so wie vor Corona, aber es steigert sich stetig die Gästefrequenz.“ Veranstaltungen hat er wegen der anhaltenden Pandemie noch keine angesetzt. „Wir hoffen aber, dass wir jetzt wieder mehr Feiern, Gruppen und Busse in den Gasthof bekommen“, sagt er. Ein Ende der Registrierungspflicht hätte er sehr begrüßt. Doch dem ist nicht so. „Jetzt müssen wir die Erhebungen und das Zettelausfüllen mit doch sehr großem Zeitaufwand weiter machen“, seufzt er. Äußert schwierig gestaltet sich für ihn die Personalsuche. „Da findet man niemanden“, so Mahrer. Daher hilft die ganze Familie im Betrieb fleißig mit. Die Einhaltung der 3-G-Regel wird angenommen. Dass die Polizei künftig mitunter Organmandate bei Nichteinhaltung ausstellt, stellt er infrage. „Ob das sinnvoll ist? Da bin ich skeptisch!“

Dass mit der 3-G-Kontrolle ein großer Personalaufwand verbunden ist, betont Kirchberg-Hallenwirt Roman Klauser, denn. „Es braucht seine Zeit, bis manche den Impfpass oder das Handy parat haben.“ Manche Gäste vergessen auch darauf und dann heißt es: „Kein Einlass oder testen lassen!“

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Bei Starkoch Roman Klauser reservieren derzeit viele Gäste.
Hackner, Hackner

Mit der Reservierung von Festen und Feierlichkeiten in der Kirchberghalle warten die Leute noch ab. „Viele haben einfach Angst, dass es bald wieder zu Einschränkungen kommen könnte“, begründet er dies,

Wenn Leute zu ihm ins Lokal wollen, wird derzeit oft reserviert. „Die Gäste, die kurz auf ein Bier oder einen Cocktail vorbeischauen, fallen fast zur Gänze weg. Die bleiben scheinbar jetzt doch mehr zuhause“, mutmaßt der Starkoch.

Personalprobleme hat Roman Klauser im Moment nicht. Praktikanten und Schüler helfen aus. „Wenn die Ferien aber vorbei sind und in der Kirchberghalle die Veranstaltungen beginnen, dann könnte auch mich der Personalmangel stark treffen“, glaubt er.

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