Pielachtaler Stammgäste halten die Treue. Wirte und Hoteliers hoffen auf baldige, aber dann auch fixe Öffnung. Lieferservice dient als Überbrückung.

Petra und Josef Hofegger vom Voralpenhof in Frankenfels danken ihren Stammgästen, die den Abholservice in Anspruch nehmen.
privat

Die Gastronomie im Tal macht das Beste aus der aktuellen Situation: Während Handel und Dienstleister wieder öffnen durften, muss die Gastro weiterhin geschlossen halten.

Familie Planer bietet in ihrem Wirtshaus in St. Margarethen seit Beginn der Corona-Situation einen Abholservice an. Der Kindergarten, die Volksschule sowie die Caritas im Ort werden fünf Mal die Woche bekocht. „Uns geht es damit ganz gut. Wir sind vom großen Andrang an Bestellungen und vom positiven Feedback unserer Gäste überwältigt“, freut sich Hannelore Planer. Dass die monatelange Schließung für manche Gastronomen das Ende bedeutet, bedauert die Gastwirtin.

„Wir haben echt Glück, dass der Zusammenhalt unserer Gäste so groß ist. Man kennt uns in der Gemeinde, das ist unser großer Vorteil“, sagt Planer. Herausfordernd sei die ständige Bürokratie, die seit Corona mehr Zeit in Anspruch nimmt als die Küche. „Auch für die Gastronomie wird es bald eine Perspektive geben“, ist sie aber überzeugt und blickt positiv in die Zukunft.

„Mir ist eine Woche länger zuhalten lieber, aber dafür dann wirklich aufsperren.“ Johann Weiß, Gastronom

Dass die Corona-Pandemie für manche Gastronomen das Ende bedeuten wird, dem ist sich auch Renate Grünberger, Besitzerin des Lokales „San Marino“, bewusst. „Wenn wir nur unser Nachtlokal hätten, dass schon ein Jahr corona-bedingt geschlossen ist, wären wir ebenfalls etwas verzweifelt“, so Grünberger. Das Restaurant in Ober-Grafendorf hat mittags und abends für Essensabholungen geöffnet und kocht zusätzlich für „Essen auf Rädern“.

„Unser Lokal ist im Ort gut etabliert. Es gibt Betriebe, denen es weit schlechter geht“, erzählt die Gastwirtin. Trotzdem sie optimistisch bleibt, wäre für sie ein gut durchdachter Maßnahmenplan für die Gastronomie an der Zeit.

„Unser Lokal ist im Ort gut etabliert. Es gibt Betriebe, denen es weit schlechter geht“,

Einen fixen Termin, wann die Gastronomie und Hotellerie aufsperren darf, fordert Johann Weiß vom Steinschalerhof in Warth und Betreiber des Steinschalerdörfls in Frankenfels. „Das wäre wünschenswert, auch wenn es natürlich schwierig ist, diesen aufgrund der aktuellen Lage zu setzen“, meint er. Nur so könne man vorausplanen. Einen Betrieb „von Null auf 100 von einem Tag auf den anderen hochzufahren“, sei nicht sinnvoll möglich. „Mir ist eine Woche länger zuhalten lieber, aber dafür dann wirklich aufsperren“, stellt Weiß fest. Viele Reisegruppen, manche, die sich sogar ein zweites Mal angemeldet haben, sagten ihm nun erneut ab. „Die Kundschaft der Dirndlblütenzeit fällt völlig aus, Zimmergäste wie Tagesgäste“, bedauert der Hotelier.

Im Voralpenhof in Frankenfels läuft der Abholservice derzeit sehr gut. „Es halten uns viele Stammgäste die Treue und dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Gastronomin Petra Hofegger. Sie hofft, auf ein baldiges Aufsperren und gutes Wetter, damit der Gastgarten wieder in Betrieb genommen werden kann. „Das hat im Vorjahr trotz aller Auflagen wirklich sehr gut funktioniert“, erzählt Hofegger. Ihr Team ist derzeit in Kurzarbeit. Eine rasche Öffnung der Gastronomie wäre sehr wichtig, nicht zuletzt weil ihr einige Busreisegruppen abgesagt haben.

Martin Kerndler vom Bistro in der Kletterhalle in Weinburg trifft die Krise gleich doppelt: Die Kletterhalle ist zu und auch die Anfragen für sein Catering-Unternehmen sind komplett eingebrochen. „Die Abholung im Bistro wird aber ganz gut angenommen, vor allem die Specials am Wochenende“, sagt Kerndler. Trotzdem sei es eher Beschäftigungstherapie, denn überbleiben tue nach Abzug der Fixkosten nichts. „Wir verlieren die Hauptsaison in der Kletterhalle“, gibt Kerndler zu bedenken. Obwohl er die Kletterer ab Ostern am Fels vermutet, hofft er dennoch auf einige Terrassenbesucher in der Kletterhalle.

Wir verlieren die Hauptsaison in der Kletterhalle“

„Das Abholgeschäft ist dazu da, um unsere Stammgäste halten zu können und um ein Angebot zu haben. Für mich ist es kein Geschäft und ich halte nicht viel davon“, ist Selman Salihaj vom Landgasthof überzeugt. Er ist jedoch froh, dass langsam ein bisschen Bewegung in die Sache mit der Öffnung kommt. „Besser es bewegt sich ein bisschen was, als weiterhin nichts“, meint er. Kirchbergs Haubenwirt Hubert Kalteis übt Kritik, findet aber Positives am Lockdown: „Wir haben alles renoviert, gestrichen und überarbeitet! Neue Ideen entwickelt und Zeit gehabt, einmal ohne Stress nachzurechnen, mittelfristig zu planen und vor allem: Wir hatten Zeit für die Familie und für persönliche Fitness!“

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