Sehnsucht-Pachtvertrag ist fixiert. Projekte zur Lebensqualität trotz fehlender Einnahmen will Gemeinde umsetzen. Hollaus (SP) kritisiert Sehnsucht-Verpachtung.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 24. Dezember 2020 (05:24)
Die „Pielachtaler Sehnsucht“
Willach

Hofstetten-Grünau kämpft mit den gleichen Problemen wie auch die anderen Gemeinden: deutlich verringerten Einnahmen als Folge von Corona.

Die Abgabeertragsanteile sind gegenüber 2020 um rund 300.000 Euro reduziert. Der Beitrag zur NÖKAS (NÖ Krankenanstaltensprengel) wird aber um 30.000 Euro erhöht. „Das erfordert sparsames Wirtschaften“, wie Bürgermeister Arthur Rasch (VP) bei der Gemeinderatssitzung betonte. Er wies aber daraufhin, dass die Gemeindevertreter aller Fraktionen bemüht seien, damit die Gemeinde Geld von der Regierung erhalten.

Auch SP-Vorsitzender Herbert Hollaus junior wies auf die große Lücke im Budget hin: „Mit den derzeitigen Geldern sind kaum Investitionen in Hofstetten möglich.“

Seitens der Gemeinde sind im kommenden Jahr zumindest 1.633.100 Euro für Projekte (siehe auch ganz unten) vorgesehen. „Der Start für das Wildbachverbauungsprojekt Hochwasserschutz Aggschussgraben hängt aber noch von der wasserrechtlichen Bewilligung ab. Aufgrund der Corona-Maßnahmen war noch keine wasserrechtliche Verhandlung“, begründet dies Ortschef Rasch.

Für 2021 sind Darlehensaufnahmen von rund 550.000 Euro für die BGZ-Sanierung und für das Hochwasserschutz-Projekt Aggschussgraben vorgesehen. Der Darlehensstand wird sich auf 4.860.000 Euro erhöhen.

Neben dem Budget war der wichtigste Punkt der Sitzung die Zukunft der Pielachtaler Sehnsucht. Das Areal wird an Daniel Wurzenberger verpachtet. „Er wird hier einen Campingplatz errichten und sich um die Fischerei kümmern“, führt Rasch aus. Außerdem ziehe der künftige Pächter in Erwägung, den Gastrobetrieb zu öffnen.

Das Beste: Der Badebetrieb für die Öffentlichkeit ist während der Sommermonate weiter kostenfrei gestattet. Das bringt, so Rasch, Vorteile: „Die Gemeinde erhält Pachteinnahmen, muss sich aber nicht mehr um die Erhaltung kümmern.“

Dennoch stimmte hier die SPÖ nicht mit, sodass der Beschluss nur mehrheitlich gefasst werden konnte. SP-Mann Hollaus kritisiert die „zu günstige Verpachtung eines Naturjuwels um 13.800 Euro im Jahr.“

Außerdem sei der zuständige Ausschuss nicht über den Vertrag informiert gewesen. „Dass die Sehnsucht ohne Ausschreibung an einen engen Verwandten des Bürgermeisters verpachtet wird, ist nicht akzeptabel“, grollt er. Eine Ausschreibung habe er bereits im September gefordert. „Leider wurde ein anderer Weg gegangen.“