Viviana Bach organisierte ersten Frauentag in Kirchberg. Viviana Bach war seit ihrer Kindheit Opfer von psychischem und körperlichem Missbrauch. Heute erzählt sie öffentlich ihre Geschichte, um Mut zu machen.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 11. Februar 2020 (04:00)
„Die Pielachtaler unterstützen mich großartig“, sagt Viviana Bach, die sich für Frauen einsetzt.
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Sie veranstaltet Lesungen, gibt Interviews und organisierte am vergangenen Freitag den ersten Kirchberger „Frauentag“: Die Pielachtalerin Viviana Bach setzt sich in der Region öffentlich gegen Gewalt an Frauen ein – indem sie Einblick in ihr eigenes Schicksal gibt und ihre Geschichte erzählt.

Von ihrer Mutter wurde sie geschlagen, ihr Onkel hat sie im Kindesalter sexuell missbraucht und ihr Ex-Mann hat sie jahrelang physisch und psychisch schwer misshandelt. Epilepsieanfälle, psychische Zusammenbrüche und Operationen waren die Folge der körperlichen Angriffe. Es war 2009, als Viviana Bach der Ausbruch aus ihrer Ehe und aus der Gewaltspirale gelang. Vor allem die Angst um ihren Sohn hatte sie an einer Trennung gehindert: „Immer hat mir mein Ex-Mann gedroht, mir den Buben wegzunehmen.“

Im Landesklinikum Mauer fand Viviana Bach wieder zu Kraft: „Ich hatte kein Selbstwertgefühl mehr.“ Das Verhältnis zu ihrem Sohn ist heute enger denn je. Im Eigenverlag hat Viviana Bach unter dem Titel „Tu es nicht“ ihre Geschichte zu Papier gebracht. „Auch wenn man ganz tief unten ist, kann man es wieder auf 100 Prozent schaffen“, will die Pielachtalerin anderen Frauen Mut machen.

Was sie Gewaltopfern rät? „Will ich einen Alltag ohne Angst? Ohne Panik? Man sollte sich selbst fragen, wie man sein Leben gestalten möchte. Sich ein Ziel stecken, professionelle Hilfe holen und niemals eine Anzeige zurückziehen“, sagt Viviana Bach, die sich außerdem strengere Gesetze für Gewalttäter wünscht.

Sätze wie „Die ist ja selbst schuld, wenn sie sich nicht von ihm trennt“ seien für Außenstehende leicht gesagt, so Viviana Bach: „Es gehört viel Mut dazu, zu gehen. Ich will Frauen dabei unterstützen.“

Mehr rund um den ersten Kirchberger „Frauentag“ lesen Sie auf Seite 87.