Wanderer missachteten Sperrgebiet im Pielachtal. Unbekannte beschädigten mutwillig einen Maschendrahtzaun, um zur Grüntalkogelhütte marschieren zu können.

Von Gila Wohlmann und Michael Bouda. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:15)
Unbekannte haben einfach die Absperrung des forstlichen Sperrgebietes aufgezwickt, um weiter wandern zu können. Grundbesitzer Leopold Karner hat Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.
LPD NÖ

Leopold Karner, Grundbesitzer und Jagdleiter in Frankenfels, ist sauer. Er hat auf Eigenkosten einen Weg für Wanderer angelegt, damit diese aus dem Bezirk Melk durch seinen Forst zur Grüntalkogelhütte marschieren können.

Grund seines Grolls: „Viele Benützer nehmen kaum Rücksicht auf Forstkulturen, Ruhezonen oder Futterstellen des Wildes. Forstliche Sperrgebiete werden missachtet“, weiß er. Jetzt hat er Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Anlass: Unbekannte Wanderer beschädigten mutwillig die Absperrung seines Sperrgebietes und marschierten durch und das, obwohl er sogar die Sperre mit einer Tafel mit genauer Angabe des Zeitraums der Sperre positioniert hatte. Deutlich waren Spuren im Schnee zu sehen.

„Manchem Waldbenützer ist es in seiner Gedankenlosigkeit nicht bewusst, in welche Gefahr er sich selbst oder auch andere dadurch bringt“, gibt er zu bedenken. Arbeiten im Wald seien gefährlich. Außerdem sind sie vom Forstgesetz vorgeschrieben. Ein solches Verhalten ist für Karner „eine Entwicklung, die unzumutbar ist“.

Überdies sieht er den Wildbestand gefährdet. „Für die im Wald lebenden Wildarten ist diese Beunruhigung, gerade in der Notzeit, aber auch in und nach der Setzzeit, wo die Muttertiere samt Nachwuchs Ruhe und zum Schutz vor Raubwild Deckung brauchen, eine unzumutbare Lebensbedrohung“, erklärt er. Waldnutzung für alle könne nur funktionieren, wenn sich Besucher an die gekennzeichneten Wanderwege halten, Hinweise über Wildruhegebiete und Fütterungsbereiche beachten und forstliche Sperrgebiete akzeptieren. Er erinnert, dass es sich bei vielen Wäldern um Privateigentum handelt.

„Manchem Waldbenützer ist es in seiner Gedankenlosigkeit nicht bewusst, in welche Gefahr er sich selbst oder auch andere dadurch bringt.“ Leopold Karner, Forstbesitzer in Frankenfels

Karner: „Diese sollten als solches gesehen werden.“ Sollten sich die unliebsamen Vorfälle häufen, zieht er in Erwägung, den Weg zu sperren; zum Schutz des Wildes und zum Eigenschutz undisziplinierter Waldnutzer. „Wenn der Weg gesperrt würde, könnten wir die Hütte nicht mehr versorgen, was dazu führen würde, dass wir zusperren müssten“, erklärt Hüttenwart Franz Ebner. Auch er appelliert an die Einhaltung der Fair-Play-Regeln.