Arthur Rasch: „Sind das Zentrum des Tals“ . Ortschef Arthur Rasch gab Einblicke in seinen Heimatort Hofstetten-Grünau.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 09. September 2020 (03:30)
Bürgermeister Arthur Rasch und NÖN-Pielachtal-Redaktionsleiterin Gila Wohlmann führten das NÖN-Himmelstreppengespräch im Warteraum des Bahnhofs Hofstetten-Grünau, der sogar über einen jederzeit frei zugänglichen Kaffeeautomaten verfügt.
Christa Schmirl

Rund 3.200 Einwohner samt Nebenwohnsitzern hat die Marktgemeinde Hofstetten-Grünau. Was seinen Heimatort so lebenswert macht, schilderte Bürgermeister Arthur Rasch im NÖN-Himmelstreppengespräch.

NÖN: Wurzel, Herz, Blüte und Perle des Pielachtals. Jede Gemeinde überrascht mit einem besonderen Marketingslogan. Wie präsentiert sich Hofstetten-Grünau?
Arthur Rasch: Wir sind das Zentrum des Pielachtals, nicht nur aufgrund unserer Lage mitten im Pielachtal, sondern auch wegen der perfekten Infrastruktur für eine ländliche Gemeinde. Das zeigt sich daran, dass wir seit Jahren eine Zuzugsgemeinde sind. In der Zeit des Corona-Lockdown ist die Zahl der Zweitwohnsitzer gestiegen, viele haben hier ihre Ferien verbracht.

Was macht den Ort lebenswert?
Bei uns gibt es eine perfekte Mischung. Wir haben mehrere Supermärkte, wenn auch leider einer davon jetzt geschlossen hat, außerdem ein eigenes Einkaufszentrum mit verschiedenen Geschäften, darunter ein Frisör und ganz neu eine Trafik. Bei uns gibt es ein Lagerhaus, ein modernes, geräumiges Gemeindezentrum, eine gute medizinische Versorgung und im Schulgebäude Raum zum Abhalten größerer kultureller Veranstaltungen. Nicht zu vergessen sind unsere vielen engagierten Vereine und die Musikschule Pielachtal.

Bei uns gibt es eine perfekte Mischung.

Apropos Corona. Wie hat sich das im Ort ausgewirkt?
Durch die bereits erwähnten Zweitwohnsitzer wurde zumindest die Wirtschaft im Bereich der Lebensmittelmärkte angekurbelt, aber sonst stand alles still, das Vereinsleben, Kultur und Gastronomie, abgesehen von den Zulieferdiensten. Einige Betriebe im Ort waren in Kurzarbeit. Unser örtliches Busunternehmen hat es leider mit voller Härte getroffen, weil die Tourismusbranche einen Komplettausfall hatte. Die Folgen werden wir noch durch ausbleibende Ertragsanteile und fehlende Kommunalsteuereinnahmen spüren. Im Ort hatten wir auch einen positiven Corona-Fall. Der Mann, er ist erst mittleren Alters, war schwer betroffen und befindet sich zum Glück wieder auf dem Weg der Genesung. Das zeigt uns aber, dass wir diesen Virus nicht unterschätzen sollten und dass er nicht nur ältere oder geschwächte Personen befällt.

Welche Projekte konnten dennoch heuer umgesetzt werden?
Ganz wichtig war der Anschluss an die Wiener Hochquellleitung als Notwasserversorgung. Es handelte sich hierbei um ein Kooperationsprojekt des Wasserverbandes Pielachtal-Sierningtal. Angeschlossen sind auch die Gemeinden Kilb und Bischofstetten. Wenn Brunnen zu wenig Wasser führen oder das Wasser bei Starkregenereignissen verschmutz wird, wird auf das Hochquellwasser umgeschaltet.

Hechte, Biber, Konkurs des Gastronomen: Hat sich der Trubel um die „Pielachtaler Sehnsucht gelegt?
Die „Pielachtaler Sehnsucht“ ist eine Freizeiteinrichtung, die es kein zweites Mal im Pielachtal gibt. Sie ist Anziehungspunkt für Gäste weit über die Bezirksgrenzen hinaus, vor allem das Abenteuerland punktet bei Familien. Leider lief der Gastrobetrieb direkt am See nicht gut, Ende September werden wir Entscheidungen treffen, wie es damit weitergehen soll. Wir haben unsere Forderungen in Höhe von rund 50.000 Euro beim Masseverwalter angemeldet. Es gibt am See keine Biber mehr, es wurde ein Fischmonitoring wegen der Hechte gemacht. Alles ist juristisch gesichert. Das Baden erfolgt aber auf eigene Gefahr. Der Eintritt ist frei.

Eine Fahrt nach Hofstetten mit dem Zug lohnt sich

Welche Bedeutung hat die modernisierte Mariazellerbahn für die Gemeinde Hofstetten-Grünau?
Sie ist für Schüler und Pendler immens wichtig und wird gut genutzt. Wir haben den Bahnhofsvorplatz mit ausreichend Parkmöglichkeiten ausgebaut. Es gibt am Bahnhof einen Warteraum mit öffentlicher Toilette und Kaffeeautomaten. Ich hoffe, dass die Himmelstreppe uns noch mehr Tagesgäste in den Ort bringt. Eine Fahrt nach Hofstetten mit dem Zug lohnt sich. Wir haben schöne Ausflugsziele. In unserem Bahnhof ist das Heimatmuseum untergebracht, wo es derzeit eine Ausstellung gibt. Diese ist zu bestimmten Zeiten geöffnet.