Peter Kalteis: „Sehe Gemeinden nie als Konkurrenten“ . Bürgermeister Peter Kalteis erzählt, warum Weinburg gerade für junge Familien ein besonders attraktiver Ort zum Leben ist.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 23. September 2020 (04:00)
NÖN-Pielachtal-Redaktionsleiterin Gila Wohlmann führte mit Bürgermeister Peter Kalteis das NÖN-Himmelstreppengespräch am Kunstbahnhof Klangen.
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1.517 Einwohner samt Zweitwohnsitzern hat derzeit die Gemeinde Weinburg – und es werden mehr. Bürgermeister Peter Kalteis berichtet im NÖN-Himmelstreppengespräch, warum der Ort wächst.

NÖN: In Weinburg geschieht einiges im Bereich Wohnbau. Will man so Abwanderung verhindern?
Peter Kalteis: Wir sind, obwohl wir mit 10,35 Quadratkilometern der flächenmäßig kleinste Ort sind, eine klare Zuzugsgemeinde. Dies liegt in unseren besonderen Aktivitäten im Bereich des sozialen Wohnbaus und einer eigenen Gemeindebaurechtsaktion, die sich ausschließlich an Jungfamilien wendet. Es war einfach notwendig, über eine demographische Veränderung nachzudenken. Auf rund drei Hektar Baugrund finden rund 50 Jungfamilien Platz.

Was macht Weinburg gerade für Junge so lebenswert?
Wir bieten ein umfassendes Konzept zur Kinderbetreuung, von der Kleinkindergruppe bis zur Nachmittagsbetreuung für Schüler. Es gibt einen Freizeitpark von höchster Qualität, vom Motorikpark bis hin zu unserem Kletterzentrum. Wir haben viele tolle Vereine.

"Wir sind eine klare Zuzugsgemeinde"

Apropos Vereine. Weinburg hat mit 650 Mitgliedern die größte Naturfreundeortsgruppe im Tal. Was macht die Organisation so attraktiv?
Die Naturfreunde feierten letzte Woche ihren 125. Geburtstag. Der Grundgedanke ist damals wie heute gleich – arbeitenden Menschen sinnvolle und leistbare Freizeitbeschäftigung in und im Einklang mit der Natur zu ermöglichen. Das freundschaftliche Miteinander bei den Naturfreunden ist ein Aspekt, der auch in Zeiten der Corona-Distanz gelebt wird.

Was sagen Sie zu den Corona-Verschärfungen?
Ich erkenne derzeit kein Konzept. Es herrscht Verunsicherung. Glaubwürdigkeit ist aber Grundlage dafür, dass Anordnungen Folge geleistet wird.

Wie steht es um die Wirtschaft im Ort?
Mit Constantia Teich hat Weinburg einen der wichtigsten Betriebe im Bezirk. Er bietet unzähligen Familien in unserer Region einen fairen, sicheren Arbeitsplatz, was auch zur Homogenität innerhalb der Familien beiträgt.

Sind Sie mit der Zusammenarbeit der Kommunen im Tal zufrieden?
Ja. Diese läuft sehr gut, freundschaftlich und parteiunabhängig. Ich sehe andere Gemeinden nie als Konkurrenten, sondern unterstreiche die Gemeinschaft im Tal. Nur so kann man für die Region etwas erreichen.

Wie sieht es mit der Infrastruktur im Ort aus?
Wir unterstützen Micro- und Elektromobilität. Unser „Gmoa-Bus“ ist ein wichtiger Beitrag dazu, ebenso die Errichtung der Elektrotankstellen und der Ausbau des Radwegenetzes. Die „Himmelstreppe“ mit ihren zwei Bahnhöfen im Ort ist wichtig für Pendler und Ausflügler.