Schienen im Pielachtal in Sonderfarbe. 43 Kilometer Gleise der Mariazellerbahn werden weiß gestrichen. Die helle Farbe verringert die Gefahr von Verformungen bei hohen Temperaturen und sichert so den Betrieb.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 06. Mai 2021 (05:53)
Durchgeführt werden die Arbeiten am Gleiskörper von den NÖ Bahnen mit der Firma KBB/Meissl.
NÖ Bahnen/Heider-Fischer, NÖ Bahnen/Heider-Fischer

Wer an Schienen denkt, stellt sich diese meist in Silber, Grau oder mitunter auch in schon rostiger Farbe vor. Die Gleise der Mariazellerbahn erstrahlen aber jetzt in Weiß.

Bei einigen Abschnitten, auf insgesamt 43 Kilometern, musste die Farbe aufgefrischt werden; in Teilbereichen mit neuen Gleisen werden diese gänzlich neu gestrichen. Warum die Himmelstreppe, der Ötscherbär oder auch die nostalgische Dampflok auf weißen Schienen rollen, erklärt NÖ-Bahnen-Sprecherin Katharina Heider-Fischer: „Lange Hochsommerphasen mit Temperaturen über 30 Grad stellen für unsere Eisenbahninfrastruktur eine Herausforderung dar. Durch zu große Hitze können sich Gleise verformen, was langsameres Fahren erfordert oder im Extremfall zur Einstellung des Eisenbahnbetriebs aus Sicherheitsgründen führt. Für die Fahrgäste bedeutet dies Verspätungen oder Schienenersatzverkehr; für das Betriebspersonal eine zusätzliche Belastung und Stresssituation.“

„Lange Hochsommerphasen mit Temperaturen über 30 Grad stellen für unsere Eisenbahninfrastruktur eine Herausforderung dar"

2018 haben die Niederösterreich Bahnen erstmals auf der Mariazellerbahn an ausgewählten Streckenabschnitten getestet, die Schienen mit weißer Farbe zu streichen, um sie so vor der Hitze zu schützen – mit positivem Ergebnis: „Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht und reduziert die Maximaltemperatur der Schienen merklich“, erklärt Heider-Fischer.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die Temperatur der Schienen in den weiß lackierten Bereichen um etwa fünf bis acht Grad verringern lässt. Das ist bei Maximaltemperaturen der Gleise von rund 60 Grad eine deutliche Reduktion. „Da die Schmalspurschienen bis etwa 55 Grad stabil sind, geht es also um die entscheidenden Grade, die Verformungen und somit Betriebseinschränkungen vermeiden“, resümiert sie.