Online-Visite im Museum. Seit Beginn der Coronakrise wird täglich je ein Exponat des Bahnhofsmuseums in Hofstetten-Grünau auf der Homepage näher vorgestellt.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 16. Mai 2020 (04:37)
Teilstücke der 500 Jahre alten Wasserleitung der Burg Mainburg werden noch heute bei Drainagierungs-Arbeiten gefunden. Im Bahnhofsmuseum gibt es zwei Stück davon.
Heimatforschung Hofstetten

„Wenn die Besucher nicht zum Bahnhofsmuseum der Heimatforschung kommen können, kommt das Museum zu den Besuchern“, sagt Gerhard Hager, Leiter der Heimatforschung Hofstetten-Grünau, der auch das Bahnhofsmuseum betreut.

Seit 19. März veröffentlicht die Heimatforschung täglich auf ihrer Homepage (www.heimatforschung.at) einen Artikel über je ein Exponat aus der Bahnhofsmuseum-Ausstellung. „So wurden bis jetzt mehr als 50 Objekte vorgestellt“, erzählt Gerhard Hager, der für die Beiträge verantwortlich zeichnet und diese thematisch ans Kalenderjahr anpasst – so gab es zuletzt etwa Informationen zu Kriegsrelikten anlässlich des 75-jährigen Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das erste Objekt mit Online-Auftritt war ein Pokal, der anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph entstanden ist. Weiters wurde etwa ein Tresor näher vorgestellt, der frühere Turnverein oder ein Stein mit uralten Fraßspuren.

„Ich höre, dass das Angebot von der Bevölkerung genutzt wird und dass die Leute gerne immer wieder online schauen, welches Objekt als nächstes vorgestellt wird“, so Gerhard Hager über den virtuellen Museumsbesuch. Insgesamt an die 400 Ausstellungsstücke finden sich im Bahnhofsmuseum, zusätzlich sind im Archiv tausende Dokumente gelagert.

Wann das Museum seine Pforten wieder öffnen darf, hängt von den Regelungen der Regierung ab. Derzeit geht Gerhard Hager davon aus, dass es mit 1. Juni wieder losgehen könnte.

Bis dahin lockt der Online-Besuch etwa – wie rechts im Bild zu sehen, mit Wasserleitungsrohren der einstigen Burg Mainburg.

„Diese ist vielen nicht bekannt“, sagt Gerhard Hager, „ihre Reste liegen ganz in der Nähe der Kreuzung von B 39 und Plambachstraße.“