Pielachtaler Sehnsucht: Willach KG ist insolvent. Rund 300.000 Euro Schulden. Sache liegt beim Masseverwalter. Gläubiger können jetzt Forderungen anmelden. Ex-Wirt betont: „Ich möchte niemanden etwas schuldig bleiben.“

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 23. Juli 2020 (04:39)
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Die Willach KG, Betreiber des Gastrobetriebs in der „Pielachtaler Sehnsucht", ist insolvent.

Das gab der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Montag bekannt. „Gläubiger können nun ihre Forderungen anmelden“, sagt KSV-Insolvenzreferentin Brigitte Dostal. Derzeit sind rund 30 Gläubiger bekannt. „Die Forderungen belaufen sich auf rund 300.000 Euro. Als Insolvenzgründe werden größere Umbauarbeiten und Investitionen in das Lokal angegeben“, informiert sie weiter. Einer der Hauptgläubiger ist die Gemeinde Hofstetten-Grünau, die den Gastrobetrieb der Willach KG verpachtet hat. Rund 40.000 Euro sind hier offen. „Wir werden jetzt die offenen Beträge einfordern“, sagt Bürgermeister Arthur Rasch. Die Gemeinde, meint er, „sei, um den Wirten zu unterstützen, zu entgegenkommend gewesen“.

Sie ist aber nur einer der Hauptgläubiger. Bei den Banken sind laut Kreditschutzverband rund 35.000 Euro offen. 16.000 Euro entfallen auf die Gesundheitskasse und 13.000 auf das Finanzamt. Der Rest teilt sich, sagt Dostal, auf weitere Gläubiger auf. Mit Montag wurde die Firma geschlossen. Zum Masseverwalter wurde der St. Pöltner Rechtsanwalt Markus Mayer bestimmt. „Die KG bleibt auch geschlossen. In den kommenden Tagen wird aufgrund der Verbindlichkeiten und persönlichen Haftung das Insolvenzverfahren über Herrn Willach persönlich eröffnet“, bestätigt dieser.

NÖN-Leser sind im Bilde: Wirt Werner Willach hatte erst vor wenigen Wochen seinen Gastrobetrieb in der „Pielachtaler Sehnsucht“, der Freizeitanlage mit Naturbadeteich, wieder eröffnet und wollte mit neuen Angeboten wie „Picknick am See“ durchstarten. Das freute die Gemeinde, die kurz nach Ferienbeginn den Teich nach der Sperre im Vorjahr wegen der „Hecht- und Biberproblematik“ nun wieder geöffnet hat. Spontan verkündete wenige Tage darauf Willach via Facebook, dass er aus finanziellen Gründen das Lokal nicht mehr weiterführen könne. Derzeit ist es geschlossen. Zum zweifachen Konkurs sagt Willach: „Die Badeseesperre und hohe Betriebskosten führten zu den Problemen. Ohne Corona hätten wir es geschafft.“

Die Situation sei für seine Familie sehr schwer. „Man schlittert nicht absichtlich in so eine Situation. Ich möchte niemanden etwas schuldig blieben“, betont er. Die Gemeinde möchte einen neuen Pächter anwerben. „Ich glaube aber nicht, dass wir heuer noch einen Betreiber finden“, mutmaßt Rasch.