Neue Halle aus dem Pielachtal für Atomic. Das Ober-Grafendorfer Unternehmen Rubner setzte Großauftrag im Pongau um.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 07. April 2021 (04:40)
Rubner Holzbau baute für Atomic Austria in Altenmarkt eine neue Logistikhalle.  
Michael Liebert

„Viele von uns haben eine emotionale Verbindung zu Atomic Ski aus dem Sport“, erklärt Rubner-Geschäftsführer Roman Fritz seine Freude über den Großauftrag im Pongau. Außerdem liege der Fokus von Rubner Holzbau immer auf regionaler Wertschöpfung und dem Industriestandort Österreich. „Somit können wir diese Betrachtungswelten hier wunderbar kombinieren: Industriestandort Österreich, Wertschöpfung im Land, technische gute Lösungen mit hoher Leistung und die emotionale Komponente“, so Fritz.

„Der Holzbau hat klare Vorteile bei der Realisierung von großen Industriehallen wie etwa Brandschutz, Vorfertigungsmöglichkeiten und Gewicht“ Roman Fritz, Geschäftsführer Rubner Holzbau

In Altenmarkt werden neben Atomic-Ski auch die Skimarken Salomon, Armada und Volant hergestellt. Die Gemeinde im Pongau ist aufgrund ihrer zentralen Lage für die wichtigsten Absatzmärkte im Alpenraum eine wesentliche Logistik-Drehscheibe für den finnischen Konzern Amer Sports. Dafür wurde kürzlich in eine moderne und digitale Produktionsanlage investiert. Mit Rubner Holzbau hat Atomic das Holz als Werkstoff gemeinsam. „Somit besteht eine grundsätzliche Affinität zu Holz“, erklärt Fritz, wie die Zusammenarbeit zustande kam. Bei den Skiern sorgt Holz für Festigkeit und Stabilität. Bei Rubner stehen die Vorteile für Bauvorhaben im Vordergrund. Das Ober-Grafendorfer Unternehmen lieferte für das neue Logistikzentrum für Atomic in Altenmarkt alles aus einer Hand: Statik, Ausführungsplanung, Produktion, Lieferung und Montage in Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Granit aus Graz.

Auch die Lage in der Erdbebenzone 1 war ein Grund für die Entscheidung, die Halle in Holzbauweise zu verwirklichen. Zum Einsatz kamen Teile mit Spannweiten von bis zu 50 Metern und Leimbinder mit einem Gewicht von 10 Tonnen für die Tragkonstruktion des Hallendaches. 
Michael Liebert

Schon ein Teil der Bestandsbauten besteht aus Holz. Atomic wollte daran festhalten. Grund dafür sind neben ökologischen Aspekten auch technische Vorteile.

„Der Holzbau hat klare Vorteile bei der Realisierung von großen Industriehallen wie etwa Brandschutz, Vorfertigungsmöglichkeiten und Gewicht“, betont Fritz. So sei der Energieaufwand bei Produktion und Verarbeitung deutlich geringer als bei Stahl oder Beton bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit aber viel geringerem Eigengewicht. Diese wirke sich auch deswegen positiv aus, weil der Baustandort in der Erdbebenzone 1 liegt.

Natürlicher Feuerwiderstand

Außerdem biete das eingesetzte Brettschichtholz in Fichte einen sehr hohen natürlichen Feuerwiderstand. Die beim Brennvorgang an der Außenseite entstehende verkohlte Schicht verlangsamt oder verhindert sogar einen tiefergreifenden Verbrennungsprozess des Trägers. „Zum Einsatz kamen Teile mit Spannweiten von bis zu 50 Metern“, erklärt der Rubner-Geschäftsführer. Die 33 Leimbinder mit einem Gewicht bis zu 10 Tonnen für die Tragkonstruktion des Hallendaches haben eine Länge von bis zu 30,5 Metern und tragen die vorproduzierten Dachelemente für die Gesamtdachfläche von 7.000 m².