Stinkwanzen belagern Siedlung in Rabenstein. Übel riechende Krabbeltiere belagern die Gärten und Häuser ganzer Siedlung. Die Anrainer fordern dringend Birkenfällung.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:15)
Thomas Wimmer, Bettina und Rosamunde Springer, Daniel, Gabriele und Peter Wagner, Julius Springer, Josef Schulcz, Franz Volkmann, Gertrude Schulcz, Helga Draxler und Sandra Höfler (v. l.) fordern die Fällung der Birkenreihe, betonen aber, dass sie keine Baumörder seien.
Wohlmann

So sieht manchmal das Geschirr der Bewohner von Steinklamm aus.
Springer

Die Anrainer von Steinklamm haben es satt. Sie kämpfen mit einer Ungezieferplage. Stinkende Birkenwanzen sind überall. „Sie krabbeln in der Brause, am Klo, am Geschirr. Wir kommen gar nicht nach, sie zu entfernen“, schildert Bettina Springer. Sie ist nur eine von den rund 30 betroffenen Bewohnern dieses Ortsteils. Das sei sehr mühsam und unappetitlich – vor allem aber auch beschämend, wenn man auf einen gepflegten Haushalt wert legt.

„Was werden sich die Leute von uns wohl denken? Wir hatten Gäste mit Kleinkindern zu Besuch. Als diese wieder zu Hause ankamen, waren Exemplare des Insekts im Kinderwagen“, erinnert sie sich. Sogar in der Windelhose von spielenden Kindern sind die Wanzen schon entdeckt worden. Wenn man das Insekt berührt, gibt dieses ein übel riechendes Sekret ab. „Nicht nur, dass die Hände stinken, vor allem sind auch die Früchte im Garten betroffen“, erzählen die Anrainer einhellig beim NÖN-Lokalaugenschein.

„Nicht nur, dass die Hände stinken, vor allem sind auch die Früchte im Garten betroffen“

„Die Sträucher sind voll mit diesen Insekten. Auch wenn man die Beeren ordentlich wäscht, schmecken noch viele nach dem stinkenden Sekret“, graut es Gertrude Schulcz. Seit heuer ist das Wanzenproblem massiv. Dieses geht, sind die Anrainer überzeugt, von der nahen Birkenallee an der B 39 aus. Auch die Pollenbelastung dadurch sei massiv. „Die Augen tränen, die Nase rinnt, Atemprobleme kommen hinzu. Die Pollen sind im Garten und in der Wohnung“, weiß Anrainer Peter Wagner. Außerdem seien die Bäume bei Wind nicht ungefährlich. „Immer wieder stürzen Äste in unseren Garten“, berichtet er. Bereits 2007 hat Gertrude Schulcz einen Antrag zur Baumfällung beim Land eingebracht. Ohne Erfolg. „Es gab zwar eine Verkehrsverhandlung, die Amtsärztin war da. Unsere Probleme wurden heruntergespielt“, bestätigt sie. Und: „Wir sind keine Baummörder, sondern naturverbunden.“ Drei Gärten in der Siedlung tragen sogar die „Natur im Garten“-Plakette.

„Wir sind keine Baummörder, sondern naturverbunden.“

Geschäftsführende SP-Gemeinderätin Ilse Schindllegger hat die Problematik im Gemeinderat zum Thema gemacht. Auch VP-Bürgermeister Kurt Wittmann befürwortet eine Fällung. „Bislang gab es keinerlei Maßnahmen“, bedauert er. Das Land sei zuständig. Die Anrainer lassen nicht locker: Sie haben eine Unterschriftenaktion initiiert und Ende August dem Land übermittelt. Bislang keine Reaktion. Statt der Birken wollen sie Dirndlstauden setzen.

Umfrage beendet

  • Sollen die Birken an der B 39 in Steinklamm gefällt werden?